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Institut in der Krise: Neue Abschreibungen bei der Landesbank Berlin

exklusivAuf die Gläubiger der Hauptstadt-Bank rollen erneut dreistellige Millionenlasten zu. Die Sparkassen müssen daher wieder tief in die Tasche greifen. Noch immer leidet die Landesbank unter der Lehman-Pleite.

Blick auf den Eingang der Landesbank Berlin LBB am Alexanderplatz in Berlin. Quelle: ap
Blick auf den Eingang der Landesbank Berlin LBB am Alexanderplatz in Berlin. Quelle: ap

BerlinDie Landesbank Berlin beschert den Sparkassen weitere Belastungen. So sind nach Informationen des Handelsblatts (Montagausgabe) aus Eigentümerkreisen für das Jahr 2012 Abschreibungen in Höhe von 910 Millionen Euro fällig, von denen 220 Millionen Euro als vorübergehend angesehen werden. Unter dem Strich summieren sich die kompletten Abschreibungen auf die Bank, zu der auch die Berliner Sparkasse und die Berlin Hyp gehören, auf 2,2 Milliarden Euro.

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Im Sommer 2007 erwarb die Sparkassen-Finanzgruppe den 81-prozentigen Anteil Berlins an der Bank für mehr als 4,5 Milliarden Euro. Insgesamt wendeten die Sparkassen mehr als 5,5 Milliarden Euro auf, da sie für gut eine Milliarde Euro weitere knapp 18 Prozent von anderen Bank-Aktionären erwarben. Rund 40 Prozent der Kaufsumme wurde inzwischen wertberichtigt. Ein Jahr nach der Übernahme löste die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers eine globale Finanzkrise aus und stürzte die Bankwerte in den Keller.

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Bereits Anfang Dezember war bekannt geworden, dass die Landesbank Berlin zur Großsparkasse schrumpft. Das Geldinstitut legt demnach den Schwerpunkt auf das Geschäft mit Privat- und Geschäftskunden sowie auf die regionale Immobilienfinanzierung, wie aus einem Konzernbrief an die Mitarbeiter hervorging. Das kundenbezogene Kapitalmarktgeschäft mit der LBB-Invest solle an die Dekabank gehen. Zudem werde die LBB-Tochter BerlinHyp eigenständig und zum zentralen Immobilienfinanzierer der gut 400 deutschen Sparkassen ausgebaut. "Wir haben an der Vorbereitung dieser grundsätzlichen Entscheidungen der Eigentümer intensiv mitgewirkt und sind mit dem bisherigen Ergebnis sehr zufrieden", schrieb der Vorstand um Konzernchef Johannes Evers.

Die Chefs der regionalen Sparkassenverbände hatten sich zuvor auf die künftige Ausrichtung der LBB und des Fondsdienstleisters Dekabank geeinigt, die beide von den Sparkassen kontrolliert werden. Der Dachverband DSGV erläutert dem Brief zufolge allen Sparkassen am 12. Dezember die Entscheidung. "Schließlich sollen voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2013 die entsprechenden Beschlüsse in den Gremien unserer Eigentümer, der LBB und der DekaBank gefasst werden."

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Die LBB ist im Kern bereits eine große Sparkasse, sie fährt ihr Auslandsgeschäft derzeit zurück. Herzstück des Instituts ist die Berliner Sparkasse, die nach Kunden die größte ihrer Art in Deutschland ist. "Die sich neu formierende Berliner Sparkasse soll sich voll und ganz auf das Kerngeschäft der Privat- und Firmenkundenbetreuung sowie die lokale gewerbliche Immobilienfinanzierung in der Region Berlin-Brandenburg konzentrieren", betonte der Vorstand. Zudem solle das Institut weiter zum Dienstleister der bundesweiten Sparkassen ausgebaut werden.

Die Neuausrichtung hilft dem Schreiben zufolge, "Überlappungen zwischen LBB und DekaBank abzubauen und die Stärken beider Häuser noch besser nutzbar zu machen". Der Vorstand bezeichnete 2013 für die LBB als Jahr des Übergangs, bis alle notwendigen gesellschaftsrechtlichen und strukturellen Maßnahmen umgesetzt seien.

(Zweiter Textteil von Reuters)

 
  • 09.12.2012, 21:28 UhrLorelei

    Unter Lehman leiden die Berliner wohl kaum noch. Der Laden kam ohne fremde Hilfe durch die Krise und hat auch mehrfach Dividende gezahlt. Die Sache mit den Abschreibungen hat eher was mit dem "ordentlichen" Kaufpreis in 2007 zu tun. Außerdem ist auch kein Schelm, wer angesichts der anstehenden Neuordnung bei der jetzigen Abschreibung eher an Hausputz denkt.

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