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Interview Daniel Zimmer: „Die Politik ist ratlos“

Die Debatte über das Trennbankensystem hat Deutschland erfasst. Der Bonner Wirtschaftsprofessor Daniel Zimmer zeigt sich von dem Instrument im Gespräch mit Handelsblatt-Redakteur Frank M. Drost nicht überzeugt.

Menschen überqueren den Platz vor der Deutschen Bank in Frankfurt. Quelle: Reuters
Menschen überqueren den Platz vor der Deutschen Bank in Frankfurt. Quelle: Reuters

Handelsblatt: Ist das Trennbankensystem die Lösung der Aufsichtsprobleme?
Daniel Zimmer: Nein, das zeigt schon ein Blick in die USA. Auch ein Trennbankensystem kann eine systemische Krise nicht völlig vermeiden. Es ist daran zu erinnern, dass Lehman Brothers eine reine Investmentbank war. Gleichwohl wurde der gesamte Finanzsektor weltweit angesteckt.

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Führen wir also eine Scheindebatte?

Nicht unbedingt. Klar ist, dass eine Trennung des Investment-Bankings vom Einlagen- und Kreditgeschäft prinzipiell Risiken eindämmen kann. Für die Volkswirtschaft ist es zentral, dass in einem Insolvenzfall die Wirtschaft weiter mit Krediten versorgt wird und der Zahlungsverkehr funktioniert.

Wie kommt es zu der Renaissance dieser Streitfrage?

Es gibt diese Diskussion seit 80 Jahren. Sie signalisiert auch ein gewisses Maß an Hilf- und Ratlosigkeit der Politik. Man hat derzeit das Gefühl, man dreht sich im Kreis. Die Banken sind in Schwierigkeiten, weil einzelne Euro-Staaten gewaltige Haushaltsprobleme haben und die Märkte die Frage stellen, ob die Schulden zurückgezahlt werden können. Die Staaten wiederum könnten in größere Probleme kommen, wenn sie gezwungen sind, den Banken wieder zu helfen. Dabei sind viele Banken erst durch die Staatsanleihen-Problematik in Schwierigkeiten geraten. Einfache Lösungen sind nicht in Sicht. Der Ruf nach einem Trennbankensystem scheint jetzt Handlungsbereitschaft zu signalisieren. Und er kann den Zorn der Leute besänftigen, die sich darüber aufregen, dass eventuell schon wieder Milliarden an Steuermitteln für die Rettung von Banken mobilisiert werden.

Wie hat man sich ein Trennbankensystem in der Praxis vorzustellen?

Im Vordergrund steht nicht unbedingt die Abspaltung von einem Konzern. Unter dem Holding-Dach einer Bank könnten rechtlich selbstständige Einheiten für Investment-Banking und Retailaktivitäten vereint werden. Im Fall einer krisenhaften Situation könnten dann die Geschäfte mit Einlagen und Krediten isoliert werden von Risiken aus dem Investment-Banking. Rechtlich kann man das so gestalten, dass keine Ansteckungsgefahr vom defizitären Investment-Banking ausgeht, wenn es keine Haftung der anderen Konzerngesellschaften hierfür gibt.

  • 18.10.2011, 10:07 UhrAnonymer Benutzer: wir-sind99

    ha ha ha

    wieder so ein überschlauer Finanz-Experte, der nur den Zocker Banken geholfen hat, uns um unsere Geld zu betrügen.

    wir sind das volk
    Wir brauchen keine Zockerbanken, denn wir verdienen unser Brot mit ehrlicher Arbeit.

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