Bei M&A sieht es nicht viel anders aus: "Zwar stehen die Unternehmen in Deutschland gut da und wollen Transaktionen machen. Aber sie sind vorsichtig und halten sich zurück, wenn sich ihnen nicht gerade ein Zielobjekt bietet, bei dem alles passt", sagt Berthold Fürst, der beim Marktführer Deutsche Bank das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen in Deutschland leitet.
Nur das Geschäft mit Anleihen ist derzeit eine ertragreiche Stütze des Investment-Bankings. Hier liegen die Provisionseinnahmen mit knapp neun Milliarden Dollar in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Dagegen sieht es beim Handel mit Wertpapieren und Derivaten nicht gut aus. Seit 2009 geht es kontinuierlich bergab. Im ersten Quartal 2012 wurden rund 8,9 Milliarden Aktien der im Dow-Jones-Index notierten Firmen gehandelt, 2009 waren es noch 24 Milliarden. Global ist der Aktienhandel seit Jahresbeginn nach Schätzungen von JP Morgan um 20 Prozent eingebrochen, in Europa seien es sogar 24 Prozent.
Bei den Gebühren fürs Investment-Banking liegt die Deutsche Bank mit einem Volumen von 100,6 Millionen Dollar weiterhin vorne.
JP Morgan macht einen kleinen Satz vom dritten auf den zweiten Platz. Das Volumen: 68,9 Millionen Dollar.
HSBC belegt mit einem Volumen von 48,5 Millionen Euro den dritten Platz.
Die Commerzbank verbessert sich leicht von Rang sechs auf vier mit einem Volumen von 45,2 Millionen Dollar.
Unicredit landet mit 42,8 Millionen Dollar auf dem fünften Platz (zuvor Platz 9).
Morgan Stanley klettert von elf auf sechs mit einem Volumen von 41,3 Millionen Dollar.
Die Royal Bank of Scotland belegt den siebten Platz. Das Volumen betrug 36,5 Millionen Dollar.
Barclays konnte sich mit einem Volumen von 31,8 Millionen Dollar nicht auf dem siebten Platz halten.
30,5 Millionen Dollar waren es bei der LBBW, das reicht für einen Sprung in die Top Ten (vorher Platz 18).
Goldman Sachs rutscht mit 29,9 Millionen Euro vom zweiten auf den zehnten Platz.
Das kommt in einer Phase, wo die Regulierung noch weitere Opfer in der Branche fordern wird. Inzwischen verlangen die Aufseher in Europa, dass die Geschäfte der Banken mit einem Eigenkapital von neun Prozent unterlegt werden. Vor der Krise war nicht einmal die Hälfte nötig. Gleichzeitig verliert der außerbörsliche Handel mit Derivaten, also Spezialwertpapieren, an Attraktivität. Auch er wird künftig stärker reguliert.
Nach einer Umfrage des Beraters PWC rechnen Marktteilnehmer deshalb mit höheren Kosten und geringeren Umsätzen. Das kostet Einnahmen. Bereits im Dezember vergangenen Jahres hat Jürgen Fitschen, der neue Co-Chef der Deutschen Bank, deshalb in Berlin auf einem Workshop gesagt: "Wir treten in eine Periode niedrigerer Renditen ein. Es gibt Mutmaßungen in der Branche, die von zehn bis 15 Prozent Eigenkapital-Rendite der Banken sprechen." Seine Deutsche Bank erreicht das bereits heute. Im ersten Quartal waren es 13,6 Prozent.
Für andere Banken wird es schwieriger: "In der Post-Lehman-Welt wird Größe immer wichtiger, kleinere Spieler werden es schwer haben und sich aus ganzen Geschäftsbereichen zurückziehen müssen", meint der Europachef einer großen Investmentbank. Alexander Doll, Co-Chef der Investmentbank Lazard in Deutschland, rechnet mit "fünf bis sechs global integrierten Investmentbanken", die am Ende übrig bleiben. Dazu zählt auch die Deutsche Bank.
Selbst wenn die Banken wieder besser dastehen, ein Problem bleibt: Im Jahr fünf nach dem Ausbruch der Finanzkrise machen sich die Imageprobleme der Investmentbanken und des Kapitalmarktes als Ganzes auch in den Bilanzen der Banken bemerkbar. Anleger fühlen sich übervorteilt - etwa weil sich ihnen der Eindruck aufdrängt, bei Börsengängen wie kürzlich bei Facebook überteuerte Aktien angeboten zu bekommen. "Die Bürger haben das Vertrauen in das Funktionieren der Märkte verloren", sagte niemand Geringeres als Duncan Niederauer, Chef der New York Stock Exchange.

Ich denke, wir sind alle diesem schiefen HB-Artikel aufgesessen. Herr Jain hat mitnichten nur das Investment-Banking gemeint, das ja nur 1 Geschäftsfeld einer Universalbank ist, wenn er von der größten Krise aller Zeiten spricht. Das Problem ist nämlich, dass die Banken von 2 Seiten unter Druck kommen: einerseits brauchen sie Geld, um die Abwertungen der Staatspapiere zu finanzieren, und sie brauchen Gewinne, um das Eigenkapital erhöhen zu können, das sie als "Risikopuffer" in rasch steigendem Maße benötigen. Da sie aber gleichzeitig als Strafe für die Bankenrettung eine Extrasteuer auf ihre Gewinne (Banken-abgabe) zahlen müssen, können sie das EK nicht so erhöhen wie eigentlich erforderlich. Die Leser hier merken nicht, dass die Politiker mittels Banken-bashing eigent-lich die Verstaatlichung von Banken anstreben, damit sie beim wählergewinnenden Verschulden endlich keinerlei Kontrolle mehr unterliegen. Hätte die Politik die unsäglichen Landesbanken abgeschafft, die einzig und allein als Elefantenfriedhof für Politikerfreunde anzusehen sind und deshalb kein Geschäftsmodell haben und niemandem nutzen, wäre das ein erster positiver Schritt für die Strukturbereinigung. Wenn aufgrund der dysfunktionalen Regulierungen und der Euroretterei (Stichwort: Bankenunion) nur noch Großinstitute überleben können, ist das für den Kunden preismäßig überhaupt nicht gut.

Danke, weil das Neureichengeprotze kann man sich ja nicht mehr anhören. Wahrscheinlich läuft der mit dem Preisschild auf seinen Klamotten rum, dass ja jeder sehen kann, dass er Geld hat. Typischer Arrivist halt.

Nochmal an alle Nichtsmerker: Es sind nicht die Investmentbanken, die in massiver Schieflage sind, es sind die Begeber von Immobilienkrediten ohne hinreichende Sicherheiten, die Halter von Staatsanleihen. Die Investmentbanken sind nur Dienstleister für Dritte, Unternehmen, Hedgefonds, Versicherungen, Vermögensverwalter und auch Kleinanleger. Das ist, als würde man H&K oder Rheinmetall als Kriegstreiber hinstellen, so oft einige Unterbelichtete das auch tun, so falsch ist das
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