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Investmentbanken: M&A-Geschäft macht schlapp

Die Provisionen der Investmentbanken aus Fusionen und Übernahmen fallen auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren. Die Einnahmen brechen um mehr als fünfzig Prozent ein. Eine Katastrophe für die Geldhäuser. Doch es gibt Hoffnung.

Auch in der Krise die Nummer Eins - trotz heftiger Einbrüche: Goldman Sachs in New York. Quelle: Reuters
Auch in der Krise die Nummer Eins - trotz heftiger Einbrüche: Goldman Sachs in New York. Quelle: Reuters

FRANKFURT. Schwere Zeiten für Investmentbanken. Die Provisionen aus der Beratung von Unternehmen bei Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions/M&A) sind auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem halben Jahrzehnt gefallen. Weltweit haben die Banken nach den Berechnungen des Finanzdatenanbieters Dealogic seit Anfang des Jahres nur 4,35 Mrd. Dollar an Provisionen eingestrichen. Die Einnahmen aus dem M&A-Geschäft bis Ende Mai brachen um rund 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein.

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Es lief damit nur wenig besser als in den ersten fünf Monaten des schlechten Jahres 2003, als die Provisionen nach dem Platzen der Internetblase auf 3,96 Mrd. Dollar zusammengeschmolzen waren. Goldman Sachs bleibt auch in der Krise die Nummer eins unter den Beratern weltweit, auch wenn die Einnahmen um 59 Prozent auf 400 Mio. Dollar einbrachen.

Kreditkrise und Konjunkturflaute haben es für die Unternehmen schwieriger gemacht, Akquisitionen durch Fremdfinanzierungen zu stemmen. Die laufende Übernahme des niederländischen Versorgers Essent durch den deutschen Konkurrenten RWE zählt zu den wenigen Akquisitionen, die an die Marke von zehn Mrd. Euro heranreichen. Vielfach zögern Konzerne Übernahmen angesichts der schwächelnden Konjunktur hinaus oder sagen sie ab. Der Bergbauriese Rio Tinto Group etwa hat den Verkauf seiner Borat-Sparte aufgegeben, nachdem die Kaufangebote das Unternehmen enttäuscht hatten. Und der Londoner Flughafenbetreiber BAA klagt gegen die Entscheidung der heimischen Wettbewerbsbehörden, drei Flughäfen verkaufen zu müssen.

"Bei Fusionen und Übernahmen sehen wir derzeit vor allem Ankündigungen von defensiven Transaktionen", beschreibt Johannes Gröller, Co-Chef Investment-Banking Deutschland bei Morgan Stanley, die aktuelle Lage. Gute, stabile Unternehmen würden versuchen, in der jetzigen Situation keine Konzernteile zu verkaufen, ergänzt Richard Markus, Deutschlandchef der Investmentbank Jefferies. Die Bewertung sei niedrig und die Finanzierung schwierig "Das geht auf Kosten der Preise, die erzielbar sind", betont der Banker.

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