
FRANKFURT. Genau ein Jahr nach der Ankündigung der Übernahme der Dresdner Bank setzt die Commerzbank ein deutlich sichtbares Zeichen: Der Name der Investmentbank Dresdner Kleinwort verschwindet. "Es geht um mehr als ein Logo: Wir schaffen eine eigene, eine neue Identität mit einer gemeinsamen Kultur", sagt Michael Reuther, Vorstandsmitglied der Commerzbank.
Reuther nimmt sich viel vor. "Wir wollen die Nummer eins unter den Investmentbanken in Deutschland werden", sagt er im Handelsblatt-Gespräch. Schärfste Konkurrenten seien die Deutsche Bank sowie Goldman Sachs und Morgan Stanley.
Auf dem Weg an die Spitze sieht der für den Bereich Corporate & Markets, dem Investment-Banking, verantwortliche Vorstand sein Institut gut voranschreiten. Die Commerzbank komme heute an Transaktionen heran, "die beide Banken für sich alleine genommen vor zwölf Monaten nicht erhalten hätten". Dabei spielt ihm in die Hände, dass sich viele Auslandsbanken aus Deutschland zurückziehen, Landesbanken sich zurückhalten und auch unter den Investmentbanken eine Auslese stattfindet.
Zudem hilft das Wiedererwachen des Hausbankprinzips. Nach dem Eindruck Reuthers suchen die Unternehmen inzwischen wieder stabile Beziehungen zu einigen wenigen Instituten und versuchen nicht, bei den für Transaktionen fälligen Gebühren um den letzten Cent zu feilschen. Eine kritische Masse, um im Investment-Banking vorne mitzuspielen, hat die Commerzbank seit der Fusion bekommen. Das wird nicht nur an Problemfällen wie dem Autozulieferer Schaeffler deutlich, wo beide Institute Kredite vergeben hatten. In der Regel halten sich die Überschneidungen nach den Worten des Vorstands gerade im Mittelstand in Grenzen. Außerdem besitzt die neue Commerzbank Zugriff auf gut elf Mio. Privatkunden, und durch die Dresdner sind auch neue institutionelle Kunden wie Banken, Versicherungen und Pensionskassen dazugekommen. Das stärkt die Platzierungskraft.