DÜSSELDORF. Das Sicherheitsbewusstsein der Wirtschaft lässt nach Einschätzung von Fachleuten zu wünschen übrig. Selbst an der Versicherung möglicher Folgeschäden wird gespart. Allerdings sind viele Versicherer eher zurückhaltend, was die Abdeckung derartiger IT-Risiken angeht.
"Nur die allerwenigsten Firmen haben eine Versicherung für den Fall, dass ihre IT ausfällt und den Betrieb lahm legt", sagt Kim-André Vives vom Versicherungsmakler Südvers, der überwiegend mittelständische Firmen berät. Selbst der Deutsche Versicherungs-Schutzverband (DVS), eine von drei Interessenvertretungen der gewerblichen Versicherungseinkäufer, räumt ein: "Die Firmen melden nicht gerade flächendeckend Bedarf für solche Policen an", sagt Geschäftsführer Günter Schlicht.
Und was ist mit den Versicherern? Die halten sich bedeckt. In den normalen Betriebspolicen sind IT-Risiken jedenfalls häufig ausgeschlossen oder nur gegen Extraprämie versicherbar.
Die meisten Zusatzangebote seien jedoch "nicht ganzheitlich", kritisiert Vives und "schon gar nicht von der Stange zu kaufen". Eine umfassende IT-Unterbrechungspolice koste ein Unternehmen mit zehn Mill. Euro Umsatz etwa 8 000 Euro pro Mill. Versicherungssumme.
Viele Assekuranzen versichern zwar Rechenzentren oder Software-Lieferanten gegen Schäden, die sie bei Kunden verursachen - also die klassischen Drittschäden, die typischerweise in die Haftpflichtpolice gehören. Auch die Hardware im Betrieb ist kein Problem und meistens gegen Feuer oder Diebstahl versichert. Doch woran sich nur wenige Versicherer trauen ist der Vermögensschaden nach einem Ausfall der IT, also entgangene Einnahmen, Mehrkosten für Reparaturen und die kostspielige Wiederherstellung von Daten.