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Jahresbilanz: Postbank warnt vor drohenden Lasten

exklusiv Mit deutlichen Worten dämpft die Postbank die Martkerwartungen. Und das bereits Wochen bevor die Bilanz für 2009 veröffentlicht wird. Im Schlussquartal drohen erneute Abschreibungen auf toxische Wertpapiere. Offenbar sind nicht einmal mehr rote Zahlen ausgeschlossen.

Der Postbank drohen erneut Abschreibungen. Quelle: dpa
Der Postbank drohen erneut Abschreibungen. Quelle: dpa

FRANKFURT. Bereits Wochen vor der Bekanntgabe der Bilanz für das Jahr 2009 dämpft die Postbank mit klaren Worten die Markterwartungen. Wie erst am Mittwoch bekannt wurde, betonte Finanzchef Marc Hess am Montag bei einer Investoren-Veranstaltung in New York, dass das Institut derzeit „gewisse Risiko-Positionen“ auf den Prüfstand stelle. In der 39-seitigen Präsentation heißt es mehrfach: „Dies könnte zu zusätzlichen Belastungen im vierten Quartal 2009 führen.“ Zwar kündigt Hess diese nicht explizit an. Doch nach Informationen des Handelsblatts ist nicht einmal ein Verlust ausgeschlossen. Einige Marktteilnehmer verweisen zudem darauf, dass eine solch deutliche Warnung wie die des Postbank-Finanzchefs gut eine Woche nach Bilanzstichtag nicht ohne Bedacht gefallen sein dürfte. „Die nächste Stufe wäre da nur noch eine Gewinnwarnung“, hieß es.

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Momentan gehen die Analysten für die Postbank, an der die Deutsche Bank mit knapp 30 Prozent beteiligt ist, im Schnitt von einem Nettoquartalsgewinn von 39 Mio. Euro aus. Nach den jüngsten Äußerungen könnte sich diese Prognose aber als zu optimistisch erweisen. Ende September wies die Postbank vor Steuern ein Minus von 219 Mio. Euro aus, unter dem Strich stand dank Steuereffekten ein Gewinn von 112 Mio. Euro.

Die Jahreszahlen 2009 werden am 25. Februar präsentiert. Postbank-Chef Stefan Jütte hatte für das Schlussquartal bereits im November im Handelsblatt-Interview die Überprüfung von Bewertungsansätzen angekündigt, zugleich aber Optimismus an den Tag gelegt: „Per heute sind wir da gelassen.“

Das gesamte Jahr 2009 über hat die Postbank Belastungen durch ihren Bestand an strukturierten Krediten („Structured Credit Portfolio“, SCP) hinnehmen müssen. Er ist mit 5,9 Mrd. Euro per Ende September 2009 zwar nicht überaus groß, qualitativ aber relativ schlecht. Mehr als die Hälfte der Papiere verfügt über ein Rating unterhalb von „BBB“ und hat damit größtenteils Ramsch-Status.

Bislang wird das SCP nach Modellen bewertet. Hess zufolge könnte man die darin festgelegten Parameter verschärfen, die Werte der Papiere damit nochmals bereinigen und so künftige Probleme ausschließen. Einzelne Experten verweisen zudem auf den zuletzt 17,6 Mrd. Euro schweren Bestand an gewerblichen Immobilienfinanzierungen – wo gegebenenfalls eine höhere Risikovorsorge droht.

  • 14.01.2010, 08:13 UhrAnonymer Benutzer: Weltenbummlerin

    Man sollte sich von der Last der unfähigen Manager befreien, und zwar ohne Abfindung. Dies wäre endlich einmal ein Anzeichen, dass nicht nur Absahnen angesagt ist, sondern auch Verantwortung für eigene Unfähigkeit und Versagen.

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