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Jahrestagung der BIZ in Basel: Notenbanker verlangen den Schwur

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich will ihre Statuten ändern, um Interessenkonflikte zu verhindern. Anlass ist der Wechsel des bisherigen Generaldirektors Malcolm Knight zur Deutschen Bank. Ein Image-Verlust scheint unvermeidlich.

von Marietta Kurm-Engels und Klaus C. Engelen
Malcolm Knights Wechsel zur Deutschen Bank sorgt für Unmut bei der BIZ. Foto: Reuters
Malcolm Knights Wechsel zur Deutschen Bank sorgt für Unmut bei der BIZ. Foto: Reuters

FRANKFURT/BERLIN. Die Jahrestagung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), die heute in Basel beginnt, dürfte eine der heikelsten Veranstaltungen in der jüngeren Geschichte der „Bank der Notenbanken“ werden. Der Grund: Der BIZ ist ihr bisheriger Generaldirektor Malcolm Knight abhandengekommen. Er wechselt zur Deutschen Bank. Dort wird er ab dem 6. Oktober nach nur einer Woche Übergangszeit für den Kontakt zu Notenbanken und Aufsichtsbehörden tätig werden. Die Suche nach einem Nachfolger und das Bemühen der beteiligten Notenbanker um einen Kodex, der die damit verbundenen Interessenkonflikte in Zukunft verhindert, sorgen jetzt für Zündstoff.

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„Die BIZ läuft Gefahr, ihren Ruf zu beschädigen“, sagte ein Notenbanker mit langjähriger Aufsichtserfahrung dem Handelsblatt. Er ist nicht der Einzige. Auch Kollegen reagieren auf den nahtlosen Übergang des BIZ-Chefs zur Deutschen Bank bestürzt. Sie fordern „rasches Handeln“ und weisen darauf hin, dass Knight nicht der erste Fall ist. Sein Vorgänger Andrew Crockett war 2003 zur Investmentbank JP Morgan gewechselt, allerdings erst sechs Monate nach Auslaufen seiner Amtszeit. „Wenn nach Crockett gehandelt worden wäre, wäre das jetzt nicht passiert“, sagte ein Notenbanker. „Der Verwaltungsrat oder das BIZ-Management hätte damals aktiv werden müssen.“

Die Kritik richtet sich vor allem an Jean-Pierre Roth, der als Präsident der Schweizerischen Nationalbank und Vorsitzender des Verwaltungsrats der BIZ eine Schlüsselrolle einnimmt. Er ist qua Amt Vorsitzender des „Nominierungskomitees“ und damit jenes Ausschusses, dessen Mitglieder einen Nachfolger für Knight finden müssen. Roth wäre auch zuständig für eine Anpassung der BIZ-Statuten. Dem Wunsch der anderen Notenbanker folgt er bislang aber nicht. „Die BIZ-Statuten sehen keine Sperrfrist vor. Dies entspricht auch der Praxis anderer internationaler Finanzorganisationen“, teilte er auf Anfrage des Handelsblatts mit.

Der drohende Ansehensverlust der BIZ dürfte es erschweren, einen Nachfolger zu finden. Wie aus dem Baseler Notenbankturm und aus Kreisen europäischer Notenbanken und Aufsichtsbehörden verlautet, gibt es für die BIZ-Spitze mindestens zwei Favoriten: Jaime Caruana, den ehemaligen spanischen Notenbankgouverneur und Vorsitzenden des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht, und Italiens dynamischen Notenbankchef Mario Draghi.

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