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Josef Ackermann: Josef Ackermann: Nichts als die Wahrheit

Josef Ackermann hat wenig Muße, sich im Glanz seines Milliardengewinns zu sonnen. Nicht nur der Untersuchungsausschuss zur Misere der Hypo Real Estate plagt ihn, sondern auch die Spitzelaffäre im eigenen Haus.

Josef Ackermann stellte sich am Dienstag im Paul-Löbe-Haus den Fragen des Untersuchungsausschusses zur Hypo Real Estate (HRE). Quelle: Reuters
Josef Ackermann stellte sich am Dienstag im Paul-Löbe-Haus den Fragen des Untersuchungsausschusses zur Hypo Real Estate (HRE). Quelle: Reuters

pk/sos/oli/sig FRANKFURT/BERLIN. Nichts deutet darauf hin, dass Josef Ackermann bereits ein Managermarathon hinter sich hat. Der Vorstandschef der Deutschen Bank eilt mit ein paar Sätzen die Treppen hinauf in den Sitzungssaal 4.900 des Paul-Löbe-Hauses. In diesem Teil des Deutschen Bundestages wartet auf ihn schon der Untersuchungsausschuss, der an diesem Dienstag mehr über die Fastpleite der Hypo Real Estate (HRE) wissen will.

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Gelassen und ruhig stellt sich der Chef der Deutschen Bank im dunkelblauen Anzug dem Blitzlichtgewitter der Fotografen. Überpünktlich geht es los. Kurz vor 16 Uhr steht Ackermann hinter einem Ausschussstuhl, hält sich an der Lehne fest. Dann entschließt er sich doch zur großen Begrüßungsrunde, schüttelt jedem Ausschussmitglied die Hand, bevor er wieder an seinen Platz zurückkehrt.

Ackermann wirkt ernst, entschlossen, hört aufmerksam der Zeugenbelehrung durch den Ausschussvorsitzenden zu. Es geht um nichts anderes als die Wahrheit. Ackermann, für viele Zuhörer auf den Bänken hier im Sitzungssaal die Personifizierung des Kapitalismus, soll erklären, wieso das System beinahe kollabiert wäre – und warum niemand rechtzeitig eingegriffen hat. Ein heikler Termin.

Aber nicht der heikelste. 8.30 Uhr, 28. Etage der provisorischen Bankzentrale in Frankfurt. Hier schüttelt Ackermann zum ersten Mal an diesem Tag Hände, hier trifft sich heute der Aufsichtsrat des größten deutschen Geldhauses. An der Spitze dieser Runde sitzt Clemens Börsig.

Die beiden grüßen sich kurz. Es ist keine dieser normalen Sitzungen. Formal geht es um das Halbjahresergebnis der Bank und Ackermanns längst beschlossene Vertragsverlängerung. Tatsächlich steht Ackermanns und Börsigs Verhältnis zueinander im Mittelpunkt. Es ist gestört, seit Börsig im Mai erfolglos versucht hat, Ackermann als Vorstand zu beerben. Es geht um eine Datenaffäre, die der erfolgsverwöhnten Bank seit Wochen unangenehme Publicity beschert. Deutschlands Branchenprimus soll Spitzenmanager und unliebsame Aktionäre bespitzelt haben. Zumindest in einem Fall auf Initiative Börsigs.

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