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Julius-Bär-Gruppe: Plötzlicher Tod eines Top-Bankers

Die Julius-Bär-Gruppe steht unter Schock: Völlig überraschend ist ihr Bank-Chef Alex Widmer verstorben. Damit verliert die Schweizer Privatbank in einer schwierigen Zeit ihre treibende Kraft.

Völlig überraschend verstarb Bank-Chef Alex Widmer. Foto: PR
Völlig überraschend verstarb Bank-Chef Alex Widmer. Foto: PR

HB ZÜRICH. Der plötzliche Tod ihres Bank-Chefs Alex Widmer hat die Julius-Bär-Gruppe in Verlegenheit gebracht. Obwohl die Konzernleitung betonte, dass es sich um eine „private Angelegenheit“ handele und dass es keinen Zusammenhang zwischen der Tragödie und der wirtschaftlichen Situation der Bank gebe, stürzte die Aktie zum Wochenausklang um fast zehn Prozent ab. „Sie werden einige Zeit brauchen, um eine neue, starke Führungspersönlichkeit zu finden“, sagte Teresa Nielsen, Analystin bei der Bank Vontobel in Zürich.

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Widner war in der Nacht zu Mittwoch völlig überraschend im Alter von 52 Jahren gestorben. Die Todesursache ist nicht bekannt. In Züricher Bankenkreise heißt es jedoch, er habe Selbstmord begangen. Julius Bär wollte dazu nicht Stellung nehmen. Der agile Widmer mit dem langen, zurückgekämmten silbergrauen Haar galt als einer der führenden Privatbanker der Schweiz. Er war 2005 zu Julius Bär gekommen, nachdem er zuvor fast zwei Jahrzehnte für die Credit Suisse tätig war.

Als sein Nachfolger wurde Hans de Gier benannt. Der 63-Jährige war bis September Chef der gesamten Julius-Bär-Gruppe. Der Tod von Widmer kommt zu einem schwierigen Zeitpunkt für die drittgrößte Schweizer Privatbank. Widmer selbst hatte noch kurz vor seinem Ableben ein Sparprogramm angekündigt und das mit den unsicheren Geschäftsaussichten für 2009 begründet. Die Bank habe vermutlich ihren Wachstumsgipfel erreicht.

Zuvor hatte Julius Bär bereits angekündigt, ihr Angebot neuer Investment-Produkte zurückzufahren. Der Chef der betreffenden Sparte, Beat Wittman, muss gehen. Zwar konnte die Bank im ersten Halbjahr noch einen Mittelzufluss von 8,4 Mrd. Franken verzeichnen. Zugleich erodierte durch die Turbulenzen auf den Finanzmärkten jedoch das verwaltete Vermögen.

Zugleich hat sich der Wettbewerb unter den privaten Vermögensverwaltern verschärft. UBS und Credit Suisse konzentrieren sich wieder verstärkt auf ihr Kerngeschäft des Wealth Managements und alle Anbieter ringen mit zusätzlichen Beratern um die betuchte Kundschaft. Allein Julius Bär hat im laufenden Jahr 60 neue Vermögensberater eingestellt. Die Kundschaft wächst jedoch bei weitem nicht mehr so stark wie in den Vorjahren. Privatbanken konzentrieren sich auf Kunden mit einem Investmentvermögen von mindestens einer Mio. Franken. Deren Zahl ist in diesem Jahr jedoch nur noch um sechs Prozent gestiegen. Das ist der niedrigste Zuwachs seit vier Jahren.

Widmer war bei Julius Bär für das Management von 222 Mrd. Franken zuständig und generierte damit etwa 60 Prozent des Ertrags. Er galt als die treibende Kraft für das starke Wachstum der vorangegangenen Jahre. Die gesamte Gruppe verwaltet ein Vermögen von rund 364 Mrd. Franken.

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