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Kapitalbedarf: Spaniens drei Großbanken bestehen Stresstest

Nach monatelanger Prüfung sollen nun die endgültigen Ergebnisse über den Kapitalbedarf spanischer Banken vorliegen. Die EU hat Spanien für seine maroden Institute bereits Hilfen bis zu 100 Milliarden Euro zugesagt.

Die spanische Banken Santander, BBVA und La Caixa haben angeblich den Stresstest bestanden. Quelle: dpa
Die spanische Banken Santander, BBVA und La Caixa haben angeblich den Stresstest bestanden. Quelle: dpa

MadridDie drei größten spanischen Banken Santander, BBVA und La Caixa haben nach Informationen von „El País“ den Stresstest bestanden, der über den Kapitalbedarf maroder Institute im krisengeplagten Euroland Aufschluss geben soll. Schon bekannt ist, dass die Gruppe Bankia mindestens 24 Milliarden Euro benötigen wird. Die EU hatte Spanien für die Sanierung angeschlagener Banken bereits Kredithilfen von bis zu 100 Milliarden Euro zugesagt. Die Ergebnisse des Banken-Stresstests sollen an diesem Freitag veröffentlicht werden. Nicht nur die Banken, auch weitere Regionen rufen in der Schuldenkrise um Hilfeleistungen, die allerdings an den heimischen Rettungsfonds FLA gerichtet sind.

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Der Banken-Stresstest war vom spanischen Wirtschaftsministerium und der Zentralbank bei der Management-Beratung Oliver Wyman in Auftrag gegeben worden. Er soll im Detail feststellen, welche und wieviel Hilfen marode Banken benötigen. Die Gesamtsumme dürfte nach den bisherigen Informationen bis zu 60 Milliarden Euro betragen.

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Die größten drei Geldinstitute benötigten auch unter den ungünstigsten Bedingungen keine staatlichen Hilfen, berichtete am Donnerstag die Online-Ausgabe „elpais.com“. Zu den Kreditinstituten, die nach den Ergebnissen des Stresstests die Krise aus eigener Kraft meistern können, gehören nach diesen Informationen auch Banco Sabadell, Bankinter und Kutxabank.

Dagegen muss die Gruppe Bankia mit Milliarden gestützt werden. Das Geldinstitut, das viertgrößte in Spanien, hatte den Bedarf selbst auf insgesamt etwa 24 Milliarden Euro beziffert. Die Summe könnte nach Medienberichten sogar noch etwas höher ausfallen.

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Unklar ist die Lage der Banco Popular, des fünftgrößten Geldhauses in Spanien. Die Bank benötige nach den Schlussfolgerungen des Stresstests zusätzliches Kapital in Höhe von 2,1 Milliarden Euro, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Marktkreise. Der Präsident des Geldinstituts, Angel Ron, hatte jedoch erst kürzlich bekräftigt, dass das Unternehmen in keinem Fall staatliche Hilfe benötige. Er erhob den Vorwurf, dass die Bankenüberprüfung nicht zur Überwindung der Krise beitragen werde, sondern im Gegenteil neue Verwirrung stiften und die Branche schwächen werde.

Unterdessen wird die Liste der spanischen Regionen, die in der Schuldenkrise Hilfen vom Zentralstaat benötigen, immer länger. Wie der staatliche Rundfunk RNE berichtete, will die Region Kastilien-La Mancha zur Sanierung ihrer Finanzen in Madrid eine Hilfe von 0,8 Milliarden Euro beantragen. Spanien hatte einen Rettungsfonds (FLA) eingerichtet, der verschuldete Regionen vor einer Pleite bewahren soll. Der Fonds ist mit 18 Milliarden Euro ausgestattet. Die Regionalregierungen, die Hilfen in Anspruch nehmen, müssen im Gegenzug in Madrid Sparprogramme präsentieren.

Welche spanischen Banken den Geldhahn zudrehen

  • Kredite in Spanien

    Die spanische Wirtschaft ist in der Rezession und nun sind viele Banken auch noch knauserig mit ihren Krediten. Im vergangenen Jahr verliehen sie im Schnitt vier Prozent weniger Geld.

  • Santander

    Die größte Bank Spaniens hat im ersten Quartal 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 4 Prozent weniger Kundenkredite vergeben und 1,4 Prozent weniger Kredite an Unternehmen. Im März dieses Jahres stellte Santander 12,8 Prozent aller Kredite in Spanien.

  • BBVA

    Das Geldinstitut hat im Vergleich zum ersten Quartal 2011 zum Jahresauftakt 2,4 Prozent weniger Kredite vergeben. Die Bank beschäftigt 29.065 Mitarbeiter in Spanien.

  • Caixa Bank

    Die spanische Bank muss derzeit mit einem Anteil notleidender Kredite von 5,25 Prozent kämpfen. Trotz der hohen Belastung hat das Institut jedoch versichert, keine staatliche Hilfe zu benötigen. Weniger Kredite vergibt Caixa dennoch. Im ersten Quartal 2012 lieh die Bank ihren Kunden aus dem privaten Sektor insgesamt 1,6 Prozent weniger Geld, 1,4 Prozent weniger bekamen die Unternehmen.

  • Bankia

    Die viertgrößte Bank des Landes musste im Mai dieses Jahres verstaatlicht werden. Im Vergleich zum Dezember 2011 lieh die Bank spanischen Unternehmen 3,7 Prozent weniger Geld.

  • Banesto

    Das Geldinstitut hat den Geldhahn besonders weit zugedreht. Im vergangenen Quartal vergab Banesto 9,6 Prozent weniger Kredite an den privaten Sektor als noch im Vorjahresquartal.

Bisher hatten die Regionen Katalonien, Valencia, Murcia und Andalusien angekündigt, Hilfen zu beantragen. Allein die bisher angekündigten Hilfsanträge würden drei Viertel der Mittel des Rettungsfonds aufzehren. Es gilt als wahrscheinlich, dass noch weitere Regionen Gelder beantragen werden.

  • 27.09.2012, 16:55 UhrOvid

    Ich würde mal gerne vom Handelsblatt hören, was über die kleineren Banken/Sarkassen in Spanien gedacht wird. Fakt ist, die brauchen noch viel mehr Kapital, denn die haben zum großen Teil den Privatleuten die jetzt leerstehenden Immobilien finanziert. Davon hört man wenig bis garnichts.

  • 27.09.2012, 16:12 Uhrkarstenberwanger

    So ein Zufall sag ich da nur...genau so ein Zufall wie unsere "Rekordbeschäftigung" usw.

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