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Kapitalerhöhung beschlossen: WGZ-Chef stimmt gegen DZ-Kapitalmaßnahmen

exklusiv Der genossenschaftlichen DZ Bank ist es nicht gelungen, den gesamten Aufsichtsrat für ihre Kapitalpläne zu gewinnen. Die Kapitalmaßnahme wurde dennoch abgesegnet. Die Gegenstimme ist bemerkenswert.

von Yasmin Osman und Sonia Shinde
Der Vorsitzende des Vorstandes der WGZ Bank, Werner Böhnke, stimmte nach Informationen des Handelsblatts gegen die Kapitalerhöhung bei der DZ Bank. Quelle: dpa
Der Vorsitzende des Vorstandes der WGZ Bank, Werner Böhnke, stimmte nach Informationen des Handelsblatts gegen die Kapitalerhöhung bei der DZ Bank. Quelle: dpa

FRANKFURT. Der Aufsichtsrat der DZ Bank hat grünes Licht für eine zweistufige Kapitalerhöhung bei dem genossenschaftlichen Spitzeninstitut gegeben. Allerdings stimmte das Aufsichtsratsmitglied Werner Böhnke, der Chef der WGZ Bank, gegen die Kapitalmaßnahmen, wie aus Aufsichtsratskreisen zu hören war. Die WGZ Bank kommentierte das nicht.

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Die Gegenstimme ist bemerkenswert, weil sich WGZ Bank und DZ Bank mitten in Fusionsverhandlungen befinden. Seit Bekanntgabe des Jahresverlusts 2008 der DZ Bank von eine Mrd. Euro sinkt aber die Fusionsbegeisterung der WGZ-Eigner. Das setzt Böhnke unter Druck. „Die Zustimmung in Rheinland und Westfalen wird man sich erarbeiten müssen. Es kann nicht sein, dass wir Dingen zustimmen sollen, ohne dass die genauen Zahlen vorliegen“, hieß es in den Reihen der WGZ-Eigner.

Folgendes ist geplant: Im ersten Halbjahr sollen die Eigentümer eine Nachranganleihe (Tier 1) in Höhe von 500 Mio. Euro zeichnen, teilte die DZ Bank mit. Eine Erhöhung des Grundkapitals soll erst nach der Fusion mit der WGZ Bank erfolgen. In der Zwischenzeit soll der Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) ein Wertpapierportfolio der DZ Bank absichern. Finanzkreisen zufolge ist das Portfolio 1,2 Mrd. Euro groß. DZ Bank und BVR kommentierten das nicht. Durch die Garantie spart die DZ Bank 300 Mio. Euro Eigenkapital. Um die Verlustrisiken für den BVR gering zu halten, verpflichtet sich die DZ Bank nach Handelsblatt-Informationen zudem zu einem Selbstbehalt (First Loss Piece) von 212 Mio. Euro. Die ersten Verluste trägt sie also selbst.

Alles in allem stärken die Sofortmaßnahmen das Eigenkapital der DZ Bank vor der Fusion somit um 800 Mio. Euro. Nach dem Verlustjahr 2008 hatte die Zentralbank eine Kapitalspritze benötigt. Zum Jahresende war die Kernkapitalquote auf 7,4 Prozent gesunken. International bevorzugen Anleger derzeit eher zehn Prozent. Wie hoch die Kapitalerhöhung nach der Fusion ausfallen soll, teilte die Bank nicht mit. Umfang und Rahmenbedingungen sollten „auf Basis aggregierter Geschäftszahlen und Planungen“ erarbeitet werden. Finanzkreisen zufolge soll es eine verpflichtende Verbindung zwischen der Zeichnung der Nachranganleihe und der Teilnahme an der Grundkapitalerhöhung geben.

Was die BVR-Garantie für die Wertpapiere anbelangt, dürfte sie über die Sicherungseinrichtung abgewickelt werden. Zu den Details wollte sich der Verband aber nicht äußern, da erst noch die Gremien zustimmen müssten. Der Verband begrüße aber „eine solidarische Lösung des Finanzverbundes ohne Inanspruchnahme staatlicher Hilfe“.

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