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Kapitalerhöhung: Commerzbank gibt heftigen Nachlass auf neue Aktien

exklusivDie Commerzbank will stabiler werden und daher die Kapitaldecke stärken. Dazu sollen frische Aktien auf den Markt gebracht werden – nach Handelsblatt-Informationen am Dienstag oder Mittwoch. Wer zeichnet, kriegt Rabatt.

Schild an einer Commerzbank-Filiale. Das Privatkundengeschäft baut die Bank derzeit um. Quelle: Reuters
Schild an einer Commerzbank-Filiale. Das Privatkundengeschäft baut die Bank derzeit um. Quelle: Reuters

FrankfurtDie Commerzbank startet nach Informationen des Handelsblatts (Montagsausgabe) voraussichtlich am Dienstag oder Mittwoch ihre 2,5 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung. Nach Angaben aus Finanzkreisen wird der Abschlag zu aktuellen Aktienkurs des Instituts in der Größenordnung von 35 Prozent liegen. Angesichts der Rekordjagd an den Aktienmärkten sei das Marktumfeld jetzt ideal für die Platzierung, hieß es weiter. Die Commerzbank wollte das nicht kommentieren.

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Das Geldhaus muss allerdings damit rechnen, dass der Aktienkurs kurzfristig stärker schwankt. So wird geschätzt, dass rund die Hälfte der Aktien derzeit bei Hedge-Fonds liegen. Sie dürften im Zuge der Kapitalerhöhung auch zugreifen. Das Papier sei „zum Tummelplatz für Hedge-Fonds geworden“, heißt es in Finanzkreisen. Ein Teil der Hedge-Fonds soll auf steigende Kurse setzen. Eine zweite Gruppe habe über so genannte Leerverkäufe auf fallende Kurse gewettet. Sie haben sich demnach im Vorfeld Commerzbank-Aktien geliehen, sie unmittelbar wieder verkauft und wollen sich nun im Zuge der Kapitalerhöhung billiger wieder eindecken.

Kapitalquoten großer Banken (1. Quartal 2013)

  • Kernkapitalquoten

    Ein Lehre aus den Folgen der Finanzkrise lautet: Banken müssen mehr echtes Eigenkapital vorhalten, dass Verluste auffangen kann. Im „Basel III“ genannten Regelwerk ist eine Mindestquote von 4,5 Prozent aus Eigenkapital und einbehaltenen Gewinnen vorgeschrieben – von Investoren werden aber derzeit eher neun Prozent als Wert für eine stabile Bank angesehen.

  • Svenska Handelsbanken

    17,5 Prozent

  • Standard Chartered

    10,7 Prozent

  • UBS

    10,1 Prozent

  • HSBC

    9,8 Prozent

  • Deutsche Bank

    Nach der Kapitalerhöhung im April 2013: 9,5 Prozent

  • Santander

    9,2 Prozent (Ziel für Ende 2013)

  • JP Morgan

    8,9 Prozent

  • Credit Suisse

    8,6 Prozent („Look-through“ Kapitalquote)

  • Commerzbank

    Ende des 1. Quartals 2013: 7,5 Prozent

    Nach der Kapitalerhöhung: 8,6 Prozent

  • Lloyds

    8,1 Prozent

  • Royal Bank of Scotland

    7,7 Prozent

  • Quelle

    Die Kernkapitalquoten stammen von den jeweiligen Geldhäusern und beziehen sich auf das jeweils zuletzt verfügbare Quartal. Die Banken beschreiben die Quote als „Common Equity Tier 1 Ratio nach Basel III“ oder auch nach der EU-Umsetzung der Basel-III-Vorgaben („CRD IV“) als „pro forma fully loaded CRD IV core tier 1 ratio“. Offiziell gilt die Basel-III-Vorgabe erst ab 1. Januar 2019, doch die Investoren verlangen bereits lange eine deutliche Übererfüllung der künftigen Quoten.

Es wird erwartet, dass fast alle Aktien auch Abnehmer finden. Die Commerzbank will durch die Kapitalerhöhung die stillen Einlagen des Staates und vom Versicherungsriesen Allianz ablösen. Entsprechend sollen die Aktien des Bankenrettungsfonds Soffin gleich zu Beginn der Kapitalerhöhung am Markt platziert werden. Konsortialbanken sind Deutsche Bank, Citigroup und HSBC.

Artikel zum Download Commerzbank – ein Spielball der Hedge-Fonds

Die Kapitalerhöhung der Commerzbank kommt in dieser Woche: eine Einladung für Spekulanten. Sie nutzen die Ausgabe neuer Aktien für umfangreiche Termingeschäfte. Die Folge sind starke Kursschwankungen.

  • 12.05.2013, 16:36 UhrInsidertip

    Ja Genau! Habe dies auch schon gemacht, danach war mein Geld nur noch ca. 20 % von dem Wert was ich eingesetzt habe.
    Verbrennen gibt mehr her, nämlich Wärme!!!

  • 12.05.2013, 19:26 UhrAeon80

    Wer noch etwas wartet bekommt sogar bis zu 200% "Nachlass"... ;)

  • 12.05.2013, 19:38 Uhrein_Liberaler

    Wie verzweifelt muss die Lage sein, wenn es 35 % Rabatt gibt?! Den Commerzbankern scheint das Wasser bis zum Hals zu stehen. Ein reines Zockerpapier ohne gesicherte Geschäftsper-spektive. Wieviele Kaptitalzusammenlegungen und -erhöhungen soll es in den nächsten 5 Jahren denn noch geben, um die Verluste auszugleichen und den Bestand des "Unternehmens" abzusichern? Wo liegt denn die Einnahmeperspektive der C.bank? Welche neuen Geschäfts-felder werden denn mit dem Geld erschlossen und welche Einnahme- und Renditepotentiale? Früher am Neuen Markt gab es fürs Wenigste ein "Story". War zwar meist ein Lügengeschichte, aber immerhin. Heute kriegt der Neuaktionär für sein Geld nicht mal mehr eine Geschichte aufgetischt, sondern soll sein Geld ohne immateriellen Gegenwert in den Ofen schmeißen.

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