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Kapitalerhöhungen: Großbanken wetteifern um Kapital

Zwischen den europäischen Banken hat ein Wettrennen um privates Kapital begonnen. Die Kreditinstitute wappnen sich damit für schärfere Anforderungen der Aufsicht. Alleine Société Générale will 4,8 Milliarden Euro. Deutlich unterkapitalisiert sind derzeit vor allem die deutschen Großbanken.

Zentrale der Société Générale in Paris. Die französische Großbank kündigte am Dienstag eine überraschend deutliche Kapitalerhöhung an. Quelle: dpa
Zentrale der Société Générale in Paris. Die französische Großbank kündigte am Dienstag eine überraschend deutliche Kapitalerhöhung an. Quelle: dpa

tor/ali/zel/mm/asd/sme DÜSSELDORF. Die französische Großbank Société Générale hat am Dienstag eine überraschend deutliche Kapitalerhöhung von 4,8 Mrd. Euro angekündigt. Zuvor hatte bereits Rivale BNP Paribas eine Kapitalerhöhung von 4,3 Mrd. Euro verkündet. Und auch die italienische Unicredit-Gruppe will neue Aktien im Umfang von bis zu vier Mrd. Euro platzieren. Zwei Mrd. davon werden an die Tochter Bank Austria in Wien durchgereicht. Kapitalmaßnahmen erwägen auch einige britische Institute.

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Die Großbanken reagieren damit auf die geplante Verschärfung der Finanzaufsicht. "Es ist nun klar, in welche Richtung die neuen Regulierungsschritte gehen werden", sagte Soc-Gen-Chef Frédéric Oudéa. Die 20 größten Industrie- und Schwellenländer (G20) hatten sich bei ihrem Gipfel in Pittsburgh darauf verständigt, dass die Banken ihre Kapitalpolster deutlich erhöhen müssen, um künftige Finanzkrisen besser abfedern zu können.

Obwohl es noch keine detaillierten Vorgaben der Regulierer gibt, kristallisiert sich eine neue Zielmarke heraus. "Wir gehen davon aus, dass die meisten Banken mittelfristig mindestens eine Kernkapitalquote (Tier 1) von acht Prozent erreichen müssen", schreibt JP-Morgan-Analyst Kian Abouhossein. Das wäre doppelt so hoch, wie es die internationalen Standards (Basel II) zurzeit verlangen.

Obwohl die EU nach ihrem geheim gehaltenen Stresstest versichert hat, dass die größten Banken in Europa selbst nach einer erneuten Wirtschaftskrise die neue Mindestgröße halten könnten, äußern Experten erhebliche Zweifel an der Krisenresistenz. So konstatiert der Internationale Währungsfonds (IWF) allein für die Euro-Banken einen zusätzlichen Kapitalbedarf von 150 Mrd. Dollar. Die Analysten von JP Morgan sehen immerhin noch eine Lücke von 78 Mrd. Dollar für die Banken innerhalb der EU. Obwohl die Berechnungsmethoden voneinander abweichen, ist doch klar, dass die bisherigen Kapitalpolster der europäischen Banken nicht ausreichen, um die Anforderungen der Finanzwächter zu erfüllen. Zumal die Banken nicht nur mehr, sondern auch hochwertigeres Kapital vorhalten sollen.

Deutlich unterkapitalisiert sind demnach die deutschen Großbanken. Die Commerzbank erreicht ihre Kernkapitalquote von 11,3 Prozent nur mit staatlichen Hilfen. Um in drei Jahren auf mehr als acht Prozent hartes Kernkapital zu kommen, muss sie einen Kapitalbedarf von 12,2 Mrd. Euro decken. Nicht mitgerechnet wird beim harten Kernkapital das sogenannte Hybridkapital - Fremdkapital, das teilweise wie Eigenmittel zählt.

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