
FRANKFURT. Zwar profitierten 2009 alle Banken von der Sparwut deutscher Kunden – insgesamt wuchs das Volumen aller Einlagen um 3,5 Prozent auf 1 544 Mrd. Euro. Doch die größten Zuwächse erzielten ausgerechnet ausländische Banken – das Plus betrug dort 11,7 Prozent oder 16,8 Mrd. Euro. Profiinvestoren zogen dagegen ihr Geld aus Banken in ausländischer Hand ab: Netto rutschten die Auslandsbanken daher um 2,7 Prozent ins Minus.
Die unterschiedlichen Entwicklungen deuten darauf hin, dass für private Anleger die Höhe der gebotenen Zinsen eine größere Rolle spielen als die Solidität einer bestimmten Bankengruppe. Als während des Höhepunkts der Krise plötzlich die isländische Kaupthing Bank zahlungsunfähig wurde, hatten private Anleger noch sehr wohl einen Unterschied gemacht – und ihre Ersparnisse lieber zu kleinen Banken wie Sparkassen oder Genossenschaftsbanken getragen. Mit der Generalgarantie der Bundesregierung hatte sich dies aber gelegt.
Ein Beispiel für den Erfolg ausländischer Banken in Deutschland bot am Mittwoch die Bank of Scotland, die in nur einem Jahr über ihre Online-Konten 1,5 Mrd. Euro hatte einwerben können. „Wir haben die Ziele, die wir uns für das erste Jahr in Deutschland gestellt haben, übertroffen“, sagte Bertil Bos, Managing Director der Bank of Scotland.
Nach den ausländischen Instituten waren die sogenannten Regionalbanken die größten Gewinner. Nach der Bundesbank-Definition fallen in diese Kategorie alle kleineren Privatbanken inklusive der privaten Online-Banken wie ING-Diba oder die Tochter der spanischen Großbank Santander. Dort betrug der Zuwachs immerhin 8,4 Prozent oder 19 Mrd. Euro.
Wer bei der Kaupthing bank Geld angelegt hat, weil die Gier größer war als sein Hirn, wissend dass die bank nicht dem deutschen Einlagensicherungsfonds angeschlossen war, sollte sich hinterher nicht beklagen, wenn das Geld plötzlich weg ist. Wenn jemand Zinsen zahlt, die deutlich über den von anderen banken liegen, sollten alle Alarmglocken klingeln !
"Generalgarantie der bundesregierung"?? Was meinen Sie damit? Etwa die Fernseh-Show der Kanzlerin vom 05. Oktober 2008, die den 'Run auf die banken' verhindern sollte und auch verhindert hat, sich ansonsten aber als Flop erwies, um nichts Schlimmeres zu sagen, wie ich als einer von zigtausend deutschen Sparern bei der deutschen Niederlassung der Kaupthing bank bitter erfahren musste ... Die Kaupthing-edge in Frankfurt wurde still und leise geschlossen, und niemand kümmert's, und keiner der Sparer hat einen Kontoauszug gesehen seit September 2008. Noch heute müssen wir unseren vertraglich zugesagten Zinsgutschriften hinterher jagen, ohne jedwede Unterstützung durch die bundesregierung! Die Worte der Kanzlerin: Schall und Rauch, weiter nichts! Wer sich darauf verlässt, findet sich verlassen.
"branchenexperten vermuten, dass dabei auch eine Rolle spielen könnte, dass das Einlagensicherungssystem der privaten banken als reformbedürftig gilt".
Das Einlagensicherungssystem der privaten banken ist nicht nur reformbedürftig, sondern schlichtweg pleite. Schon für die Entschädigung der Lehmann-Anleger (also nicht der Zertifikatsopfer) sondern denen mit gesicherten Anlagen, war nicht genügend Liquidität vorhanden. Das ist seit Oktober 2008 bekannt (und das Handelsblatt berichtete:
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/lehman-bringt-deutsche-einlagensicherung-in-not;2041475 )
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