
FRANKFURT. Sparkassen und Genossenschaftsbanken leiden zunehmend unter den günstigen Zinsen der privaten Konkurrenz. Im Januar flossen erstmals seit Monaten netto Spareinlagen von den Konten beider Institutsgruppen ab. Private Banken verbuchten dagegen Milliardenzuflüsse, wie aus vorläufigen Daten der Bundesbank hervorgeht.
Derzeit bemühen sich alle Banken um das Ersparte der Privatkunden. Da eine Finanzierung über den Kapitalmarkt noch immer extrem schwierig und teuer ist, werben viele Kredithäuser mit Konditionen, die weit über dem Leitzins der Europäischen Zentralbank liegen.
Insgesamt legten Privatkunden, öffentliche Haushalte und Unternehmen im Januar 39 Mrd. Euro mehr an als im Dezember. Doch während Großbanken Zuflüsse in Höhe von 19,6 Mrd. Euro und kleine Privatbanken ein Plus von 10,3 Mrd. Euro verbuchten, zogen die Kunden bei Sparkassen 3,5 Mrd. Euro ab. Genossenschaftsbanken verloren 1,3 Mrd. Euro.
Noch im Oktober und November hatten Sparkassen und Genossenschaftsbanken erhebliche Zuflüsse verbucht. Beide Institutsgruppen hatten davon profitiert, dass sie von der Krise weniger existenziell getroffen wurden als viele andere Geldhäuser. Doch seit dem Versprechen der europäischen Regierungen, Spareinlagen besser zu schützen und Bankenpleiten wie die von Lehman Brothers in Europa zu verhindern, orientieren sich Bankkunden wieder stärker an den besten Zinsen.
Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) wollte sich gestern zu dem Thema nicht äußern. "Monatliche Schwankungen kommentieren wir nicht", sagte eine Sprecherin. Allerdings hatte es nach den guten Monaten Oktober und November im Dezember kaum noch Zuflüsse gegeben.