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Konferenz: Coba-Chef Blessing widerspricht Ackermann

Die Banken verdienen wieder Milliarden, die Bonus-Zahlungen fließen, alles ist wie vor der Krise – diesen Eindruck hat so mancher von der Bankbranche. Alles Quatsch, sagt Josef Ackermann. Der Deutsche-Bank-Chef betont, dass bei Banken auf einem guten Weg zur Selbstregulierung seien. Commerzbank-Chef Blessing widerspricht mit deutlichen Worten.

Deutsche-Bank-Chef Ackermann warnt. Quelle: Reuters
Deutsche-Bank-Chef Ackermann warnt. Quelle: Reuters

HB FRANKFURT. Der Eindruck, dass die „Party wieder in vollem Gange ist“, sei falsch und irreführend, sagte der Ackermann auf einer Konferenz am Donnerstag. Es herrsche nicht wieder „business as usual“. In der Bundesregierung wurden zuletzt Vorwürfe laut, die Banken machten nach der Krise wieder so weiter wie zuvor.

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„Tatsche ist, dass die Banken bei der Umsetzung der Lehren aus der Finanzkrise gut vorankommen“, verteidigte sich Ackermann. So hat die Branche nach Angaben des Schweizer Managers, der auch Präsident des Internationalen Bankenverbands IIF ist, Verbesserungen der Bonus-Regeln und der Risikomodelle erzielt. Besonders beim Thema Boni kämen die Banken gut voran. Hier gehe es darum, die Sonderzahlungen stärker am langfristigen Erfolg einer Bank auszurichten. Auf dem Weltfinanzgipfel Ende des Monats in den USA wollen die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) härtere Bonus-Regeln beschließen.

Zudem warnte Ackermann vor einer Kleinstaaterei in der Finanzwelt. Es gebe „Anlass zur Sorge“, sagte Ackermann am Donnerstag auf der „Zeit“- Konferenz in Frankfurt. „Bei vielen Finanzdienstleistern ist ein Rückzug aus dem internationalen Geschäft erkennbar.“ Es sei zwar verständlich, wenn man sich auf bekanntes Terrain zurückziehe. Er hoffe jedoch, dass dies nur ein „temporäres Phänomen“ sei.

Er fürchte eine Renationalisierung bei der Regulierung, sagte Ackermann. Bei Auslandstöchtern gebe es einen Trend, diese möglichst losgelöst von der Mutter zu führen. „Das wäre meines Erachtens eine schwere Fehlentwicklung.“ Dadurch würden nicht wie erhofft Risiken abgebaut, sondern im Gegensatz erhöht. Denn das Kapital sei so in einzelnen Märkten gefangen. „Selbst in der EU sind wir dabei, die Errungenschaften des Finanzbinnenmarktes preiszugeben.“

Commerzbank-Chef Martin Blessing geht noch einen großen Schritt weiter: Neue Exzesse in der Finanzbranche können nach Ansicht Blessings nur mit Hilfe des Staates verhindert werden. „Die Hoffnung, dass man sich auf die Selbstbeschränkung von einzelnen Banken verlassen kann, habe ich aufgegeben. Das wird nicht funktionieren“, sagte Blessing am Donnerstag bei einer Finanzkonferenz in Frankfurt. Die Bankenbranche brauche Spielregeln, nach denen sie sich richten könne. „Wenn man Banken der Selbstregulierung überlässt, wäre das, als wenn Autofahrer im Kollektiv die Ampeln abschaffen und man trotzdem hofft, dass der Verkehr noch funktioniert.“

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