
FRANKFURT. Nach der Postbank zieht es jetzt auch die Commerzbank an die Tankstelle. Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus kündigte am Montag eine Kooperation mit dem österreichischen Energiekonzern OMV an. Bis zu 100 Tankstellen in Süddeutschland sollten mit Geldautomaten der Commerzbank ausgestattet werden. „Wir bauen unser Serviceangebot aus und stärken unsere Präsenz in der Fläche“, hieß es.
Die Commerzbank ist mit 1200 Filialen in Deutschland präsent. Hinzu kommen knapp 200 Selbstbedienungsterminals beispielsweise in Einkaufszentren. Mit der OMV–Kooperation folgt die Commerzbank der Nummer eins im heimischen Privatkundenmarkt: der Postbank. Diese hatte im Sommer 2009 die Zusammenarbeit mit dem Tankstellen-Betreiber Shell gestartet. Seither können die Kunden des Instituts aber auch anderer Mitgliedshäuser im Kartenverbund Cash-Group an mehr als 1200 Shell-Tankstellen Bargeld erhalten. Darüber hinaus hat die Postbank in 180 Obi-Heimwerkermärkten Geldautomaten aufgestellt.
Die Bemühungen der Institute sind der Versuch, Stück für Stück mit Sparkassen und Genossenschaftshäusern gleichzuziehen. Diese verfügen insbesondere auf dem Land über ein Vielfaches an Geldautomaten. Für die privaten Institute ist das ein Wettbewerbsnachteil, zumal die Sparkassen im Streit um überhöhte Automaten-Gebühren drohen, ihr Netz gänzlich der Konkurrenz zu verschließen.