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Kredite an Krisenstaaten: Deutsche Banken fürchten um Milliarden

Griechenland und Irland, Portugal und Spanien sind stark von ausländischen Geldgebern abhängig. Besonders deutsche Banken haben sich in den vergangenen Jahren stark in den Krisenstaaten engagiert. Doch viele Finanzinstitute scheuen nun das Risiko - und senken ihre Kredite allmählich.

Krisenstaaten wie Griechenland müssen sich auf Kredite ausländischer Banken verlassen. Quelle: dpa
Krisenstaaten wie Griechenland müssen sich auf Kredite ausländischer Banken verlassen. Quelle: dpa

FRANKFURT/BERLIN. Deutsche Banken waren Ende Juni die wichtigsten Auslandsgläubiger der europäischen Krisenstaaten Griechenland, Irland, Portugal und Spanien. Ihr Forderungsvolumen betrug umgerechnet 417,8 Milliarden Euro (512,7 Milliarden Dollar). Das zeigen aktuelle Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Die Summe entspricht etwas mehr als einem Fünftel der weltweiten Auslandsforderungen an die vier schwachen Euro-Länder, die insgesamt 1,86 Billionen Euro betrugen.

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Die Daten belegen, wie sehr Deutschland an einem Ende der Euro-Schuldenkrise gelegen sein muss. Denn ein großer Teil der Kredite ging an die öffentliche Hand dieser Länder sowie an die dortigen Banken. Letztere standen in Deutschland mit 171 Milliarden Euro in der Kreide, das entspricht etwa 30 Prozent ihrer ausländischen Bankenschulden.

Nach wie vor sind ausländische Geldgeber für die schwachen Schuldenstaaten zentral. Der Anteil grenzüberschreitender Forderungen betrug in Irland 76 Prozent, in Spanien 69 Prozent und in Griechenland 64 Prozent. Portugal steht mit 60 Prozent wenig besser da. Im Vergleich zum ersten Quartal haben internationale Banken ihre Kreditengagements in den vier Ländern zurückgefahren. Die BIZ schätzt den Rückgang auf umgerechnet 86 Milliarden Euro. Den exakten Wert kann die BIZ, die Zentralbank der Zentralbanken, nicht beziffern: Sie führt ihre Statistiken in Dollar, obwohl die meisten Kredite auf Euro lauten dürften. Der öffentliche Sektor war mit einem Minus von 14 Prozent aber auf jeden Fall am stärksten betroffen, gefolgt von den Banken mit minus 7,7 Prozent. Firmen und Privatleute erhielten dagegen praktisch genauso viele Kredite wie im Quartal zuvor.

Der negative Trend dürfte sich seither verstärkt haben. Denn die Risikoaufschläge für Kreditderivate dieser Länder, die als Indikator für die Nervosität der Anleger gelten, erhöhten sich im Oktober beträchtlich. Damals hatten Deutschland und Frankreich die Beteiligung privater Gläubiger bei Umschuldungen ins Spiel gebracht. Erst Anfang Dezember hatte die Aussicht auf Stützungsaktionen der Europäischen Zentralbank für etwas Ruhe im Markt gesorgt.

Während die Euro-Staaten bis Jahresmitte in der Gunst der Hochfinanz sanken, floss erneut mehr Geld in die aufstrebenden Volkswirtschaften, ganz besonders in die dynamischen Regionen Asiens und Lateinamerikas. Das Kreditvolumen in diesen Länder erhöhte sich im fünften Quartal in Folge. Den stärksten absoluten Anstieg an Auslandskrediten verzeichnete China mit einem Plus von 13 Prozent, gefolgt von Indien mit 6,3 Prozent.

  • 13.12.2010, 20:33 UhrAnonymer Benutzer: Politiker

    Das Geld werden wir nie erhalten. Nur, wer zahlt die Schulden, die Frau Merkel vorsätzlich verursacht und hat? Frau Merkel, ihre Verwandtschaft und die anderen Politiker?

  • 13.12.2010, 12:55 UhrAnonymer Benutzer: Carlos Anton

    @C.Censor: Die Planung und Durchführung einer Verschwörung setzt höhere intelligenz und Disziplin voraus. beide ist bei der heutigen Politikerklasse bestenfalls durchschnittlich ausgeprägt (mit abnehmender Tendenz).

    Das eigentliche Problem ist, dass fast niemand in der Politik und auch nur wenige Ökonomen das Wesen der Finanzmärkte und der Geldpolitik wirklich verstehen. Dem stehen bankenvertreter gegenüber, die intellektuell und fachlich überlegen sind, und mit der Drohung spielen, das ganze System zusammenbrechen zu lassen.

    Das Problem ist also letztlich, dass wir in der politischen Führung keine wirklichen Eliten haben. Das rächt sich, wenn wirklich komplexe Probleme zu lösen sind.

  • 13.12.2010, 12:24 UhrAnonymer Benutzer: C. Sensor

    Wäre man ein Anhänger von Verschwörungstheorien könnte man ganz leicht zu dem Schluß kommen, die gegenwärtige "Eurokrise" sei spätestens seit dem Eintritt von Griechland geplant gewesen. Vehikel: billigste Kredite an Griechenland, Überschuldung ohne Rückzahlungsmöglichkeit aus eigener Kraft, diverse "Rettungsschirme" bis hin zu Eurobonds, Entsorgung der Souveränität der Einzelstaaten (Haushaltsrecht) mit enormem Machtzuwachs der brüssler Zentrale und umfassender Kontrolle auf monitärem Gelände und weit darüber hinaus. Erzeugung von Massenphychosen,(es gibt keine Alternative), alles in alem ein enormer Geschwindigkeitsschub in Richtung europäischer Wirtschaftsregierung, vereinheitlichtem Steuerrecht, etc. Da ich kein Anhänger von Verschwörungstheorien bin, halte ich die gegenwärtige Lage nur für ein Ergebnis von Dummheit,Unfähigkeit zur Folgeabschätzung,Unterschätzung von Marktreaktionen und allgemein-menschlichen Maßlosigkeiten. Möge jeder denken was er will, ganz nach belieben und Gusto.Goldman-Sachs war zumindest beim Griechenland-Abenteuer von Anfang an dicke dabei. Natürlich andere auch.

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