Wann dieser gerade in den USA gestartete Pilotversuch nach Europa kommt, kann Olbrich nach eigenen Worten nicht vorhersagen: „Aber die Smart-Phone-Nutzung nimmt auch in Europa zu.“ Der Vorteil sei, dass der Kunde seine Karte nicht mehr aus der Hand gebe und schneller bezahlen könne.
Insgesamt hinkt Deutschland bei der Kartennutzung hinterher. In Schweden laufen sieben von zehn Transaktionen elektronisch ab, hierzulande liegt die Bargeldquote im Einzelhandel ohne Tankstellen immer noch bei 60 Prozent.
Um die Akzeptanz zu erhöhen, sei es wichtig, dass die Verbraucher überall mit Karte bezahlen könnten. Sorgen bereitet Olbrich deshalb die teilweise Umstellung von herkömmlichen Karten auf Karten ohne Magnetstreifen. Betroffen von dem Systemwechsel sind etwa Postbank-Kunden sowie Kunden einiger Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken, die eine V Pay-Karte von Visa haben. Dieser Schritt soll die Sicherheit erhöhen. Die Stiftung Warentest berichtete jedoch von Beschwerden, weil Bankkundenkarten im Ausland nicht funktionierten.
Visa Europa begründet die Umstellung mit „dem massiven Anstieg von Betrugsfällen durch das Ausspähen (Skimming) und Kopieren des Girocard-Magnetstreifens an deutschen Geldautomaten“. Auch die Banken erklären den Systemwechsel mit der höheren Sicherheit von V Pay: Die Karten werden mit einem neuen Chip ausgegeben, der die Kartendaten vor dem Kopieren und Verfälschen schützen soll.
Olbrich aber fürchtet um den Ruf des Bargeldlosen Bezahlens: „Wenn die Deutschen dieses Jahr mit einer reinen Chipkarte in den Urlaub fahren, werden sie merken, dass sie außerhalb Europas, aber sogar an vielen Orten in Europa solche Karten weder zum Geldabheben noch zum Bezahlen benutzen können. Verbraucher könnten dann zum Bargeld zurückkehren, statt die Karte einzusetzen.“
Nach Branchendaten kommt MasterCard derzeit auf 15 Millionen Kreditkarten in Deutschland, Visa auf 14,2 Millionen und American Express auf etwa 1,8 Millionen.