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Kreditkarten-Anbieter: American Express steigert Umsatz und Gewinn

Der US-Kreditkartenkonzern American Express hat dank der Ausgabenfreude seiner überdurchschnittlich wohlhabenden Kunden und einer Verlangsamung des Kostenanstiegs einen höheren Gewinn als erwartet erzielt.

Eine Centurion Card des US-amerikanischen Finanzdienstleisters. Quelle: picture alliance / dpa
Eine Centurion Card des US-amerikanischen Finanzdienstleisters. Quelle: picture alliance / dpa

BangaloreIm vierten Quartal verdiente American Express nach Angaben vom Donnerstagabend netto 1,19 Milliarden Dollar und damit etwa zwölf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Einnahmen steigerte der Konkurrent von Visa und Mastercard um sieben Prozent auf 7,74 Milliarden Dollar.

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Damit fielen der Gewinn etwas höher und die Einnahmen etwas niedriger aus als von Branchenexperten im Schnitt erwartet. Am Jahresende hatte das Unternehmen 97,4 Millionen Kreditkarten im Umlauf. Jede Karte wurde im vergangenen Jahr im Schnitt mit 3933 Dollar belastet - ein Rekordwert.

Der Anbieter mit dem Werbespruch „Bezahlen Sie einfach mit Ihrem guten Namen“ hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Im zweiten Quartal jubelte Firmenchef Kenneth Chenault, die Kunden hätten so viel Geld wie noch nie ausgegeben: „Die Ausgaben unserer Nutzer haben ein Allzeithoch erreicht“. Gleichzeitig bezahlten die Nutzer ihre Schulden wieder zuverlässiger.

Faule Kredite hatten sich während der Wirtschaftskrise zu einem Riesenproblem für American Express entwickelt. Anders als die Wettbewerber Visa und Mastercard muss das Unternehmen platzende Rechnungen selbst verkraften. Bei den zwei Rivalen liegt das Risiko bei den Partnern, welche die Karten ausgeben. Das sind zumeist Banken, aber auch Fluggesellschaften oder Autoverleiher. American Express verdient an Gebühren, die beim Bezahlen mit Kredit- und Debitkarten zum Beispiel Einzelhändler zahlen müssen. Dies ist weniger riskant als das Verleihen von Geld. Bis zur Finanzkrise konnte das Unternehmen seine Gewinne mit mehr Krediten steigern.

Alle drei Anbieter von Kreditkarten stellen ihr Geschäft derzeit auf eine breitere Basis. Analysten des Finanzdienstleisters Zacks sehen American Express dabei strategisch gut aufgestellt. Im wachsenden Geschäft mit E-Commerce-Angeboten erwarten die Analysten Einnahmen von drei Milliarden Dollar in den nächsten fünf Jahren.

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American Express hatte im Frühjahr 2011 für eine halbe Milliarde Euro das Bonusprogramm Payback übernommen. Bei Payback können Verbraucher in teilnehmenden Geschäften und Onlineshops Punkte für jeden Einkauf sammeln und diese dann in Prämien eintauschen. Die Übernahme soll auch die Akzeptanz von Amex in Deutschland erhöhen. Denn laut einer jüngsten Umfrage unter 1000 Deutschen nutzen nur ein Prozent die Kreditkarte der Amerikaner.

Auch in Frankreich sollen zusätzliche Angebote locken Wie die Wirtschaftswoche berichtet, hat sich American Express auch mit dem französischen Online-Händler Vente Privee zusammengetan, der als Pionier bei sogenannten Flash Sales gilt. Dabei werden klar definierten Kundengruppen Rabatte auf in Menge und Dauer limitierte Angebote eingeräumt. In den USA umwerben Vente Privee und American Express seit Kurzem als Joint Venture mit solchen Angeboten ihre zahlungskräftige Klientel.

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