
HB NEW YORK. Eine Rekordzahl von US-Bürgern kann angesichts steigender Arbeitslosenzahlen ihre Kreditkarten-Schulden nicht mehr zurückzahlen. Allerdings überraschte der größte Kreditkartenanbieter American Express am Mittwoch mit Zahlen, die auf eine Verbesserung der Lage hindeuten könnten.
Der Konzern teilte zwar mit, die Ausfallrate sei im März auf den Rekordwert von 8,8 Prozent nach 8,6 Prozent im Februar gestiegen. Indes sei die Rate für Kredite, die seit mindestens 30 Tagen nicht mehr bedient werden, auf 5,1 von 5,3 Prozent gesunken. Diese Kennziffer gibt Aufschluss über wahrscheinliche künftige Ausfälle.
Zum Vergleich: Im Januar 2006 hatten dagegen nur zwei Prozent der American-Express-Kunden ihre Schulden nicht bezahlt. Vieles spricht dafür, dass die Quote noch schlechter wird. Bis Jahresende werden die US-Kreditkartenanbieter bis zu neun Prozent ihrer Kredite abschreiben müssen. In den vorangegangenen Jahren lag die Quote stets deutlich unter fünf Prozent.
An der Börse kamen die Zahlen sehr gut an. American-Express-Aktien legten nach Bekanntgabe der Zahlen rund zwölf Prozent zu.
Bisher haben die größeren Konkurrenten Visa und Mastercard die Finanzkrise weitaus besser überstanden als American Express. Das Unternehmen hat angekündigt, 7000 Stellen zu streichen.
Die Ratingagentur Moody's hatte Anfang April mitgeteilt, Ende 2009 könnte die Quote der Zahlungsausfälle prozentual zweistellig sein. Die wirtschaftliche Lage werde sich weiter verschlechtern und die Arbeitslosenquote werde die Marke von zehn Prozent erreichen, hatte es geheißen.