
FRANKFURT. Die Bankenkrise erschwert zunehmend die Finanzierung von Bundesländern und Kommunen. In den vergangenen Monaten haben sich die Kreditkonditionen spürbar verschlechtert, außerdem bieten insgesamt weniger Banken Finanzierungen an, berichteten mehrere kommunale Kämmerer und Kreditreferenten aus den Bundesländern dem Handelsblatt.
Hintergrund ist der Rückzug vieler Hypothekenbanken aus der Staatsfinanzierung sowie die Zurückhaltung vieler Landesbanken bei der Kreditvergabe. Beide Institutsgruppen zusammen stehen für rund die Hälfte der Kredite an Bundesländer sowie etwa ein Drittel der Darlehen an deutschen Gemeinden, belegen Statistiken der Bundesbank. Das Geschäftsfeld gilt als margenschwach, die Kreditkrise beschleunigt nun die Abkehr.
Das Kreditvolumen von Hypothekenbanken an Bundesländer ist zum Beispiel von Dezember 2007 bis September 2008 um 12,4 Prozent auf 77,7 Mrd. Euro gesunken, bei Kommunen beträgt das Minus 8,8 Prozent auf 28,1 Mrd. Euro .
„Es ist deutlich zu spüren, dass die Hypothekenbanken als Kreditgeber weggefallen sind“, berichtet Frank Nagel, Kreditreferent im Finanzministerium von Rheinland-Pfalz. Doch auch Landesbanken zeigen bei der Finanzierung Kommunen weniger Präsenz, beobachtet Jürgen Schönhoff, Leiter des Vermögensmanagements von Wuppertal. „Zuvor hatten die Landesbanken bei den Konditionen noch auf breiter Front vorne gelegen.“
Das deckt sich mit den Aussagen von Banken, die sich lieber anonym äußern. Die eigene Liquiditätslage und die geringen Margen seien verantwortlich für das geringe Interesse. „Bei längerfristigen Länderanleihen gibt es regelrecht einen Käuferstreik“, hieß es bei einem Institut. Gerade bei Hypothekenbanken hatte sich der Rückzug aus der Kommunalfinanzierung schon angekündigt: Schuld sind die höheren Finanzierungskosten der Institute. Das ursprüngliche Konzept, niedrig verzinste Kredite zu vergeben und sich durch extrem niedrig verzinste Pfandbriefe selbst zu finanzieren, funktioniert derzeit nicht.