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Kreditversicherer: Coface greift Rating-Dickschiffe an

Der Kreditversicherer Coface will Standard & Poor's, Moody's und Fitch angreifen: Der Kreditversicherer bereitet sich auf einen Start als internationale Ratingagentur vor. Das Vorhaben ist ganz im Sinne vieler europäischer Politiker, die das Oligopol der Angelsachsen knacken wollen.

Fitch, Standard & Poor's und Moody's dominieren den Markt für Ratings. Quelle: dpa
Fitch, Standard & Poor's und Moody's dominieren den Markt für Ratings. Quelle: dpa

HB FRANKFURT. Der Kreditversicherer Coface bereitet sich auf einen Start als internationale Ratingagentur vor. „Wir arbeiten intensiv daran, unsere bereits vorhandenen Ratings so zu erweitern, dass sie dem Bedarf der Wirtschaft entsprechen und zugleich den rechtlichen und politischen Anforderungen gerecht werden“, sagte Coface-Deutschlandchef Franz Michel am Freitag.

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Damit will sich der Kreditversicherer als alternativer Anbieter zu den drei großen Ratingagenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch positionieren. Ihnen wird eine Mitschuld an der Finanzkrise vorgeworfen, indem sie massenhaft Bestnoten an zweifelhafte Finanzprodukte vergaben.

Viele europäische Politiker wollen das Oligopol der drei Agenturen knacken und schlagen daher vor, etwa Kreditversicherer wie die Allianz-Tochter Euler Hermes oder Coface zu Ratingagenturen auszubauen. Zuletzt hatte der französische Notenbankchef Christian Noyer im Handelsblatt-Interview eine europäische Ratingagentur als Konkurrenz zu den angelsächsischen Marktführern angeregt.

Coface habe bereits ein neues Unternehmensrating entwickelt, das derzeit getestet werde, teilte die Firma mit. Der Kreditversicherer wolle nur die Bonität von Unternehmen bewerten. „Das ist unser Kerngeschäft, das können wir“, sagte Michel. Andere Agenturen bewerten auch die Bonität von Staaten. Der Hauptsitz von Coface ist in Paris, die drei bestehenden Ratingagenturen haben ihren Sitz in den USA.

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