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Krisensitzung auf Sonntag vertagt: Lehman-Zukunft hängt am seidenen Faden

Die Zitterpartie um die Zukunft der US-Investmentbank Lehman Brothers geht in die Verlängerung: Eine Krisensitzung von führenden US-Finanzbehörden zur Rettung der angeschlagenen Investmentbank ist auf Sonntag vertagt worden. Dies sagte ein Sprecher der Notenbank Fed in der Nacht. Kleinere Gruppen arbeiteten weiter an Einzelfragen. Genaue Angaben dazu machte der Sprecher zunächst nicht.

Hauptverwaltung von Lehman Brothers in New York: Die Zukunft des Instituts hängt am seidenen Faden. Foto: Reuters
Hauptverwaltung von Lehman Brothers in New York: Die Zukunft des Instituts hängt am seidenen Faden. Foto: Reuters

HB WASHINGTON/NEW YORK. Ein Zusammenbruch von Lehman kann aber offensichtlich nur noch durch eine Zerschlagung verhindert werden. Es werde immer klarer, dass der ursprünglich geplante Verkauf der gesamten Bank an einen Konkurrenten kaum zu erzielen sei, berichtete das "Wall Street Journal" (WSJ) am Sonntag.

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Am Freitag und Samstag war es den Finanzinstituten noch nicht gelungen, sich bei ihrer Sitzung auf eine Lösung für die um ihr Überleben kämpfende Traditionsbank zu verständigen. Aus Angst, ein neuer Kurssturz am Montag könnte der 158 Jahre alten Traditionsbank das Genick brechen, wird alles darangesetzt, noch am Wochenende eine Einigung zu erzielen. Ein Kollaps des Geldhauses könnte die Finanzbranche weltweit weiter belasten.

An den Treffen sind unter anderem die Chefs von großen US-Banken wie Goldman Sachs, Moragn Stanley und der Citigroup beteiligt wie auch der Chef der New Yorker Fed, Timothy Geithner, und Finanzminister Henry Paulson sowie der Vorsitzende der US-Börsenaufsicht SEC, Christopher Cox. Als Kaufinteressenten gelten die Bank of America und die britische Bank Barclays. Der "Financial Times" zufolge will sich die Bank of America mit dem Finanzinvestor JC Flowers und dem chinesischen Staatsfonds China Investment zusammen tun, um Lehman zu übernehmen. Das WSJ berichtet allerdings, ein Notverkauf der Bank als Einheit werde immer schwieriger.Nun gehe es in den Gesprächen vor allem um eine Zerschlagung der Investmentbank und wie man im Fall ihrer Pleite den Schaden für das weltweite Finanzsystem möglichst gering halten kann, hieß es. Anderen Medienberichten zufolge haben die an den Rettungsgesprächen beteiligten Großbanken neben einem Verkauf auch die Abwicklung von Lehman ins Gespräch gebracht.

Ein Knackpunkt seien vom Ausfall bedrohte Kreditpapiere bei Lehman, die niemand im Alleingang oder ohne Unterstützung der US-Regierung übernehmen wolle, heißt es beim WSJ. Finanzminister Henry Paulson hatte kategorisch klargemacht, dass von Washington diesmal keine finanziellen Hilfen zu erwarten seien. Auch die US-Präsidentschaftskandidaten haben sich gegen eine Verwendung von Staatsgeldern zur Rettung der Bank ausgesprochen. "Das ist eine privatwirtschaftliche Angelegenheit", sagte der wirtschaftliche Berater des Republikaners John McCain, Douglas Holtz-Eakin. Sein Gegenpart beim Demokraten Barack Obama, Jason Furman, sagte ebenfalls, bevorzugt werde eine "privatwirtschaftliche Lösung".

Der aktuelle Rettungsplan sieht laut vor, dass Lehman Brothers in zwei Teile aufgespalten wird, wie es in übereinstimmenden Medienberichten hieß. Es wären eine "gute Bank", in der die sicheren Vermögenswerte gebündelt werden, und eine "schlechte Bank", in die vom Ausfall bedrohte Papiere vor allem aus dem Immobiliensektor kommen. Ein Käufer wie die Bank of America oder die britische Barclays Bank würde bei diesem Szenario die "gute Bank" übernehmen. Den notleidenden Teil von Lehman würden mehrere Wall-Street-Banken gemeinsam auf sich nehmen. Sie seien bereit, mit bis zu 30 Milliarden Dollar für mögliche Verluste einzustehen, berichtete die "New York Times".

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