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Landesbanken: WestLB: „Zwischen frustiert und wütend“

Führungschaos, unerbittliche Eigentümer, ungewisse Zukunft: Hunderte Mitarbeiter der angeschlagenen WestLB haben heute am Firmensitz in Düsseldorf mit Trillerpfeifen und Transparenten für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Die Stimmung in der Belegschaft ist denkbar schlecht, Besserung ist nicht in Sicht.

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WestLB-Mitarbeiterin: "Wir wollen endlich Taten sehen". Quelle: dpa
WestLB-Mitarbeiterin: "Wir wollen endlich Taten sehen". Quelle: dpa

DÜSSELDORF. Der Untergang ist unpünktlich. Es ist bereits zwei Minuten nach zwölf, als Doris Ludwig endlich auf das Podest tritt. Eigentlich hatte die Betriebsratschefin der WestLB die Kundgebung in Düsseldorf um fünf vor zwölf angesetzt, soviel Symbolik darf sein. Schließlich brennt bei der Problem-Landesbank nach dem Rücktritt von Vorstandschef Heinz Hilgert das Dach.

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Die Sonne scheint auf den Vorplatz der WestLB, ein kühler Wind weht, zumindest das Wetter meint es gut mit den gebeutelten Mitarbeitern. Hunderte von ihnen haben sich versammelt, um für den Erhalt ihrer Jobs zu demonstrieren, in Anzug und Kostüm, manche mit Trillerpfeife und roter Verdi-Schirmmütze, an einigen baumelt ein selbstbeschriebenes Schild herab. „Wir sind WestLB“ steht auf dem einen, „Wir fordern eine Zukunft“ auf einem anderen.

Ziel der Wut sind die Eigentümer der WestLB, das Land Nordrhein-Westfalen und die Sparkassen. Die WestLB muss auf Geheiß der EU-Kommission ihre Bilanzsumme halbieren, sich von Geschäftsbereichen trennen und Wertpapiere auslagern. Weil die Sparkassen nicht mit Milliarden dafür garantieren wollen, trat Hilgert zurück.

Für die meisten hier heute in Düsseldorf vollkommen überraschend. „Der Rücktritt war der Hammer“, sagt Susanne Martin aus der Personalabteilung, dunkle lange Harre, schwarze Sonnebrille. Hilgert, der so erfolgreich war, hätte weiterkämpfen sollen, statt sich „feige“ zurückzuziehen. Martin ist seit elf Jahren bei der WestLB, heute ist sie zur Demo gekommen, weil sie findet, der Ärger müsse mal raus. Die Eigentümer sollten sich endlich auf ein Konzept einigen. Martin Tillert aus dem Asset Management, graue Haare, feiner dunkler Anzug, fasst die Stimmung unter den Mitarbeitern so zusammen: „Zwischen frustriert und wütend“.

„Wir wollen endlich Taten sehen“, ruft nun Betriebsratschefin Ludwig vom Podest in ein viel zu leises Mikrofon und stellt Forderungen an die Eigentümer: Ausgliederung problematischer Wertpapiere („Projekt Omega“), Sicherheit der Arbeitsplätze, Erhalt der WestLB als Kernbank. Schließlich lobt sie Hilgert, der „sehr hart, sehr viel für die WestLB gearbeitet hat“.

Hilgerts Nachfolger, der neue Interims-Chef Dietrich Voigtländer, ist nicht zur Kundgebung gekommen, er ringt zur gleichen Zeit mit den Analysten von Standard & Poor’s, wie Ludwig erzählt. Doch sie hat ein Grußwort Voigtländers dabei, in dem er die Bank für „uneingeschränkt handlungsfähig“ erklärt. „Entscheidend ist nicht eine einzelne Person, sondern das ganze Team“, liest Ludwig vom Blatt. Sie muss ihre Lesebrille zur Hilfe nehmen. Große Worte in viel zu kleinen Buchstaben.

Martin Tillert, der am Rand der Demo steht, könnte das unterschreiben. Er sieht die Bank besser aufgestellt als alle glaubten. Den Rücktritt Hilgerts allerdings könne er „nicht nachvollziehen“. Das könnte den Eindruck erwecken, es stünde viel schlechter um die Bank. „Die Auswirkungen des Rücktritts werden sich noch zeigen“, sagt Tillert.

Ein paar Kilometer weiter, am Sitz der Düsseldorfer Landesregierung, befasst sich zeitgleich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers mit der WestLB. Seine Regierung, sagt der CDU-Politiker, will zusätzliche Garantien nicht allein schultern. Schönen Gruß an die Sparkassen.

Damit steht die Zukunft der WestLB in den Sternen. Wie auch immer es mit der Landesbank weitergeht, Susanne Martin aus der Personalabteilung kann es egal sein. Sie hat gekündigt und arbeitet nächsten Monat woanders.

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