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Laxe Kreditvergabe: Chinas Banken hören nicht mehr auf die Staatsführung

Alle chinesischen Banken gehören letztlich noch dem Staat, doch sie entwickeln zunehmend ein Eigenleben. In diesem Jahr drohen sie, die vorgegebene Quote für die Neukreditvergabe zu übertreffen – wodurch die Solidität ihrer Bilanzen in Gefahr geraten könnte.

Chinas Banken üben sich in Ungehorsam. Quelle: Reuters
Chinas Banken üben sich in Ungehorsam. Quelle: Reuters

PEKING. Die Banken werden deutlich mehr als die vereinbarten 7,5 Bill. Yuan (860 Mrd. Euro) verleihen, warnt der renommierte Ökonom Yuan Gangming von der Qinghua-Universität.

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Motiv der Banken ist das Streben nach Gewinn: Im wenig entwickelten chinesischen Finanzsystem ist das klassische Darlehensgeschäft die wichtigste Profitquelle. Die Gefahr ist, dass auch Kunden ein Darlehen erhalten, die nur bedingt kreditwürdig sind. Eine Erosion der Kreditportfolios sei jetzt schon „so gut wie sicher“, sagt Charlene Chu, Bankanalystin bei Fitch Ratings.

Peking steckt nun in einem Dilemma. Einerseits will die Politik keine Bankenkrise riskieren, andererseits ist die Weltkonjunktur noch nicht stabil genug für drakonische Maßnahmen. Wenn die Finanzaufsicht den Hahn jetzt zudrehen würde, könnten halbfertige Projekte ohne Finanzierung dastehen, wodurch weitere Schuldner ihre Kredite nicht bedienen könnten. Es drohe dann eine „gigantische Welle“ fauler Darlehen, sagt Ökonom Victor Shih von der amerikanischen Northwestern University.

2009 wirkte die Lage dagegen trotz Krise recht einfach. Die Regierung setzte die Vergabequote mit 9,59 Bill. Yuan absichtlich hoch an, um der Wirtschaft zu helfen. Wie gewünscht zog die Kreditvergabe an.

Schon damals warnten Ökonomen, dass die Banken ihre Schuldner im Rausch des guten Geschäfts nicht mehr genau genug prüfen würden. Von einem „Dreieinhalb-Billionen-Dollar-Problem“ spricht Shih nun. Auf diese Summe schätzt er die Schulden, die intransparente, staatsnahe Organisationen für zweifelhafte Entwicklungsprojekte in der Provinz aufgenommen haben. „Die enormen Verbindlichkeiten setzen die Banken dem Risiko einer Insolvenz aus“, so Shih.

  • 17.08.2010, 15:19 UhrAnonymer Benutzer: Peter Scholz

    Erfolg macht gierig. Dann macht blase peng, darauf einen Dujardin.
    Über Google Earth kann man sich ansehen, was in China gebaut wurde und daß das weit über die Wirtschaftskraft Chinas hinausgeht. Es sind nicht nur Städte, es sind auch die infrastrurturen vom Kraftwerk bis zu Anlagen der Grundstoffindustrie.

    Die Städteplagiate nach internationalen Standards sind derart mängelbehaftet, daß der Verkehr wie bei uns nicht mehr beherrschbar ist. Nun werden schon in den Städten aus Platzgründen die Stadtautobahnen doppelstöckig ausgeführt, aber wegen der geringen Stadthygiene werden die Folgekosten alles bisher dagewesene in den Schatten stellen.
    Das alles wird die chinesische Wirtschaft zusammenbrechen lassen und das Militär wird wieder gegen das aufbegehrenden Volk antreten müssen. Ausländische investoren dürfen dann um ihr Leben rennen.

  • 17.08.2010, 12:40 UhrAnonymer Benutzer: Domenq

    Die präzise Formulierung: "...schon fast in amerikanischer Manier..."
    war inhaltlich nahezu der "ganz große Sprung nach vorn" !

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