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Lebensversicherung: Allianz hat noch Spielraum bei Überschussbeteiligung

exklusiv Die Kapitalanlage der Lebensversicherer läuft bisher gut in diesem Jahr. Experten schätzen, dass die Branche ihre Investments von mehr als 700 Mrd. Euro netto mit 4 bis 4,5 Prozent verzinsen dürfte, selbst wenn es im zweiten Halbjahr etwas schlechter läuft. Doch der Marktführer Allianz lässt noch nicht durchblicken, welche Pläne er hat.

Die Allianz will die Überschussbeteiligung nicht mit Hilfe stiller Reserven aus Kapitalanlagen aufbessern. Quelle: dpa
Die Allianz will die Überschussbeteiligung nicht mit Hilfe stiller Reserven aus Kapitalanlagen aufbessern. Quelle: dpa

STUTTGART. Eigentlich wäre die Überschussbeteiligung von durchschnittlich 4,1 bis 4,2 Prozent in der Branche wieder gesichert. Doch eine von den Konkurrenten gern gesehene Aussage darüber, wie sich die Leistungen für Kunden 2011 entwickeln, lässt sich die Allianz nicht entlocken - obwohl die Reserven der Branchen im ersten Halbjahr wegen des Zinsrückgangs noch einmal in die Höhe geschossen sind.

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Schon Ende 2009 schlummerten in den Kapitalanlagen der deutschen Lebensversicherer nach Berechnungen der Finanzaufsicht Bafin 3,6 Prozent stille Reserven, also 25 Mrd. Euro. Den größten Teil davon hält traditionell Branchenführer Allianz Leben - im Gegensatz zum Rest der Branche verfügt die Allianz auch noch im Aktienbesitz über Spielräume, mit denen die Überschussbeteiligung für Kunden am Jahresende aufgepeppt werden könnte - theoretisch jedenfalls.

Doch diese Idee verwarf Allianz-Vorstand Markus Faulhaber gegenüber dem Handelsblatt. Mit dem Verlauf des ersten Halbjahres sei er zwar "sehr zufrieden". Das Prämienvolumen der Allianz Leben sei zweistellig gewachsen. Im Geschäft mit laufenden Beiträgen seien die Beiträge gegen den Branchentrend um acht bis zehn Prozent gewachsen, bei den Einmalbeiträgen um rund 60 Prozent. "Wir haben eine konkurrenzfähige Kostenposition." Die Allianz Leben profitierte auch beim operativen Gewinn von guten Kapitalanlagerenditen.

Rückschlüsse auf die für Kunden so wichtige Überschussbeteiligung ließen sich aber noch nicht machen. "Wir wollen eine im Branchenvergleich überdurchschnittliche Überschussbeteiligung auch in den nächsten Jahren ausweisen", umreißt Faulhaber die Herausforderung. Zwar habe die Allianz große Reserven. Doch für Faulhaber gilt das Prinzip: "Wir vervespern unsere Reserven nicht zulasten der Substanz." Die Interessen der Zukunft, also die Sicherung der Garantie, und eine konkurrenzfähige Überschussbeteiligung müssten gegeneinander abgewogen werden.

Dafür sei es derzeit noch zu früh: "Wir rechnen erst am Jahresende aus, was die aktuellen Bedingungen dann für eine nachhaltige Überschussbeteiligung bedeuten." Sehr spät übrigens: Erst Mitte Dezember will die Allianz damit herauskommen, damit die Konkurrenz sich kaum noch am Marktführer orientieren kann.

  • 18.08.2010, 10:48 UhrAnonymer Benutzer: HermannW

    bin gespannt wie die bafin abschließend diese Einmalbetrags-Geschäfte bewertet. ich fürchte allerdings ebenfalls, dass diese auf Kosten der Altkunden abgewickelt werden und werde die Rendite-Entwicklung meiner Police mit meiner KLV-Check Software sehr genau im Auge behalten 8-/

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