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Lebensversicherung: Allianz Leben findet ersten Gefährten

Immer mehr Lebensversicherer lassen sich freiwillig in die Karten gucken: Nun will die Volkswohl Bund Versicherungen die Kosten für ihre Kunden transparenter machen.

FRANKFURT. "Zukünftig können unsere Vertriebspartner ihren Kunden in jedem Angebot sämtliche Kosten des Vertrages ausweisen, inklusive eventueller Fondskosten", bestätigte das Unternehmen auf Anfrage des Handelsblatts. So könne jeder Kunde bereits vor Vertragsabschluss einschätzen, wie attraktiv eine langfristige Anlage in einem Versicherungsprodukt für ihn sein wird. Alle Kostenbestandteile würden dabei in Form einer Renditeminderung, die Fachleute sprechen auch von "Reduction in Yield", ausgedrückt. Der Dortmunder Versicherer ist ein großer Konkurrent der Allianz und der Deutsche-Bank-Tochter DWS im Markt für Altersvorsorgeprodukte. Insbesondere bei Maklern, ihrem Hauptvertriebskanal, genießt Volkswohl Bund ein hohes Ansehen, wie Umfragen immer wieder ergeben. Ein Allianz-Sprecher in Stuttgart sagte zum Vorstoß der Dortmunder: "Wir begrüßen, dass auch andere Unternehmen der Empfehlung des Branchenverbandes GDV und dem Vorgehen der Allianz Leben folgen. Und wir freuen uns, wenn unser Engagement für mehr Transparenz bei den Kosten auch bei Verbraucherschützern Anerkennung findet." Er bezieht sich damit auf Mark Ortmann, der in Berlin als Geschäftsführer ein Institut für Transparenz in der Altersvorsorge (ITA) leitet. "Die Einführung der Effektivkosten und Effektivrendite ist im bisher nicht durch Transparenz hervorstechenden deutschen Altersvorsorgemarkt geradezu revolutionär", freut sich Ortmann. Das ITA setze sich seit Jahren für eine höhere Transparenz der Produkte ein und fordere die Einführung der Effektivkosten (Reduction in Yield) und Effektivrendite seit vier Jahren. Bisher haben sich allerdings seinen Angaben zufolge erst wenige Anbieter von Altersvorsorgeprodukten dazu bekannt. Im Fondsmarkt ist die DWS der Vorreiter in diesen Fragen, unter den Versicherern war es Standard Life. Der Volkswohl Bund erklärte dazu weiter, das Thema Transparenz sei bereits fester Bestandteil seiner Jahresauftaktveranstaltungen gewesen. "Die Neugier war groß und die Resonanz äußerst positiv", heißt es in der Antwort an das Handelsblatt. Vertriebsvorstand Dietmar Bläsing sei überzeugt: "Transparenz ist ein wichtiges Thema für unsere Vertriebspartner. Mit dem neuen Kostenausweis wird das Vertrauen der Kunden in die Beratungsqualität weiter wachsen." Verbraucherschützer hatten in der Vergangenheit immer moniert, dass ein spartenübergreifender Vergleich von Produkten im Altersvorsorgemarkt bisher nicht möglich gewesen sei. Der Grund dafür sei der vom Gesetzgeber verlangte Kostenausweis. Dieser sehe keine Gesamtkostenkennzahl vor und erlaube zu große Spielräume. Die Produktanbieter sowohl aus der Fonds- wie der Versicherungsbranche nutzten die gebotenen Möglichkeiten, indem sie die Kosten gar nicht oder verklausuliert darstellten, erklärt Ortmann. Schließlich würden zum Teil Ablaufleistungen in den Modellrechnungen gezeigt, die künstlich über Rückvergütungen aus Fondsgebühren aufgebläht würden. Die Kosten von Geldanlageprodukten beeinflussen entscheidend die Rendite eines Investments. Die Kennziffer "Effektivkosten" oder "Renditeminderung" (Reduction in Yield) berücksichtigt dabei sowohl die Produktkosten - Abschluss-, Vertriebs- und laufende Verwaltungsgebühren - als auch die Kosten der Kapitalanlage. Experten wie Ortmann weisen Kunden und Vermittler jedoch warnend darauf hin: "Wichtig ist, dass man den Vergleich richtig anstellt. Vor allem sollten Verträge mit derselben Laufzeit betrachtet werden." Denn die Laufzeit eines Vertrags beeinflusse die prozentuale Renditeminderung. Der Vergleich eines Vertrags A mit 20 Jahren Laufzeit mit einem 30 Jahre laufenden Vertrag B wäre aus seiner Sicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Die Kennziffer Reduction in Yield sei nämlich höher bei einem kürzer laufenden Vertrag, obwohl die Vertragskosten in Euro aufgrund der kürzeren Laufzeit niedriger seien als bei einem länger laufenden Vertrag. Das sei zwingend, da sich der Zinseszinseffekt bei langen Laufzeiten günstig auswirkt - es komme eben auch mehr heraus.

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  • 07.02.2011, 12:35 UhrAnonymer Benutzer: KLV-Check

    mit Transparenz für Kapitallebensversicherungen zu werben ist nur ein dreister Werbegag. Dazu gehört mehr, als ein paar Kosten auszuweisen. Z.b. die Aufklärung des Kunden über das Risiko, einen Vertrag über 30 oder mehr Jahre erfüllen zu können. Denn 50-70% aller Policen werden vorzeitig gekündigt. Gründe gibt es dazu viele: Arbeitslosigkeit, Scheidung und andere nicht vorhersagbare Änderungen der Lebensumstände.
    An der Gewinnbeteiligung nach Gutsherrenart wird sich auch nichts ändern - da sind die Aktionäre vor.
    intransparenz ist sozusagen *DAS* Geschäftsmodell der Lebensversicherer. Und warum sollte man ein erfolgreiches Rezept über bord werfen?
    ich halte das für bewusste irreführung, sonst
    nichts.

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