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Lichtblicke: Indische Banken: Regiment der Regulierer

In der Serie Lichtblicke zeigt Handelsblatt.com drei Wochen lang, wie es der Banken in aller Welt nach rund zwei Jahen Finanzkrise geht. Heute sind die indischen Geldhäuser an der Reihe. Indiens strenge Bankenaufsicht hat das Land vor einem Finanzkollaps bewahrt. Das müssen Kritiker des indischen Modells anerkennen.

von Helmut Hauschild
Händler in Bombay: Indiens Banken sind nur wenige Risiken eingegangen. Quelle: Reuters
Händler in Bombay: Indiens Banken sind nur wenige Risiken eingegangen. Quelle: Reuters

NEU-DELHI. Der Blick in den Abgrund ist zum Berufsalltag eines jeden Bankmanagers geworden. Es sei denn er arbeitet in Indien. Nahezu unberührt von den Stürmen der Finanzkrise machen die führenden Kreditinstitute des Landes Quartal für Quartal steigende Gewinne. Erst kürzlich übertrafen die größte öffentliche Bank, die State Bank of India (SBI), und die Nummer eins unter den privaten Banken ICICI erneut die Prognosen der Analysten und meldeten hohe zweistellige Ertragszuwächse. Westliche Institute können davon zurzeit nur träumen.

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Die Krisenresistenz hat einen einfachen Grund: Indiens strenge Finanzmarktregulierung. Sie hat die Banken davor bewahrt, in "Giftpapiere" aus den USA zu investieren und riskante Anlagegeschäfte jenseits ihrer Bilanzen zu betreiben. Auch die Quote ausfallbedrohter Kredite bei Indiens Banken ist gering. Sie beträgt bisher im Branchendurchschnitt lediglich zwei Prozent. Den Geldhäusern kommt zugute, dass die indische Volkswirtschaft trotz weltweiter Krise noch immer moderat wächst; außerdem wurden vorübergehend die Bilanzierungsvorschriften gelockert.

Zwar könnte die Ausfallquote besonders bei Konsumenten- und Immobilienkrediten noch steigen, denn auch in Indien nimmt die Arbeitslosigkeit zu. Doch selbst wenn sie sich verdoppeln sollte, droht den Banken keine Gefahr, wie ein Stresstest der indischen Zentralbank ergeben hat. Die Eigenkapitalquote lag Ende 2008 im Durchschnitt bei 13 Prozent. Sie ist damit weit höher als der international geforderte Mindestwert des Baseler Abkommens.

Lange Zeit hatte Indien heftige Kritik einstecken müssen für seine strikte Finanzmarktkontrolle und die Dominanz staatlicher Banken - ihr Marktanteil liegt bei rund 70 Prozent. Seitdem aber in den USA und Europa reihenweise Institute nur durch die Verstaatlichung vor dem Zusammenbruch gerettet werden konnten, sieht sich die Regierung in ihrer Politik bestätigt. "Wir haben die Krise besser gehandhabt als irgendwer sonst auf der Welt", sagt etwa Rakesh Mohan, bis vor zwei Monaten Indiens Zentralbankchef.

Allerdings musste auch in Indien die Zentralbank massiv billiges Geld in den Bankensektor pumpen, um die Wirtschaft vor einer Kreditklemme zu bewahren. Aus Angst vor Finanzierungsengpässen waren die Institute extrem vorsichtig bei der Darlehensvergabe geworden. Inzwischen gibt es zwar Liquidität im Überfluss. Trotzdem hätten die Banken die Zinssenkungen nur ungenügend an die Wirtschaft weitergegeben, kritisiert die Zentralbank.

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