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Lob von Experten: Commerzbank koppelt Boni an Nachhaltigkeit

Die Commerzbank will mit einem neuen Vergütungssystem waghalsiges Verhalten ihrer Mitarbeiter verhindern. Ein Teil der Boni soll künftig erst Jahre nach der Zuteilung ausgezahlt werden. Investmentbanker können dabei einen Teil ihrer Ansprüche verlieren. Experten loben das neue System.

Commerzbank-Chef Martin Blessing regelt die Bezahlung von Führungskräften neu. Quelle: dpa
Commerzbank-Chef Martin Blessing regelt die Bezahlung von Führungskräften neu. Quelle: dpa

FRANKFURT. Im Investment-Banking können Ansprüche mittelfristig sogar wieder einkassiert werden. Mit dieser Neuausrichtung kommt das Geldhaus auch einer Bedingung des staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin nach, der die Commerzbank mit gut 18 Mrd. Euro gestützt hat. "Unser Modell bietet Anreize, langfristig für den Erfolg der Commerzbank zu arbeiten", sagte Personalvorstand Ulrich Sieber.

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Die Commerzbank ist die zweite deutsche Großbank, die ein neues Vergütungssystem einführt. Zuvor hatte bereits die Münchener HVB ihr Bonusmodell komplett überarbeitet. Auch Branchenprimus Deutsche Bank arbeitet angeblich seit über einem Jahr an einer neuen Regelung, gibt aber keine Details bekannt.

Gerade im Investment-Banking sind die hohen Boni in die Kritik geraten - sie gelten als Hauptgrund für überzogene Risikoengagements und damit als eine wesentliche Ursache der Finanzkrise.

Die EU-Finanzminister beschlossen mit Blick auf die geplante EU-Richtlinie, dass Banken Sanktionen drohen, wenn sie Managern überhöhte Bezüge zahlen. Dann sollen nationale Aufsichtsbehörden beispielsweise Geldstrafen verhängen können.

In den USA sorgt derzeit die Tatsache für Unmut, dass große Investmentbanken wie Goldman Sachs schon wieder milliardenschwere Bonus-Rückstellungen bilden. Von solchen Bonuszahlungen ist die verlusteschreibende Commerzbank aber weit entfernt. Das neue Vergütungssystem betrifft gut 200 außertariflich bezahlte Mitarbeiter sowie etwa 2 500 Investmentbanker und Manager. Der Vorstand, dessen Gehälter als Folge der Staatshilfen auf maximal 500 000 Euro pro Jahr gedeckelt sind, ist nicht betroffen.

Außerhalb des Investment-Bankings wird künftig ein Teil des Bonus erst nach drei Jahren ausbezahlt und an die Entwicklung des Aktienkurses gekoppelt. Noch weiter gehen die Maßnahmen im Kapitalmarktgeschäft: Hier wird nur ein Drittel der variablen Vergütung umgehend ausgezahlt. Ein weiteres Drittel hängt vom Aktienkurs ab, der Rest wird in einer "Bonus-Bank" angespart. Werden Ziele nicht erreicht, können die eingezahlten Beträge verlorengehen.

"Im Großen und Ganzen ist das ein System, mit dem sich die Commerzbank nicht verstecken muss", sagte Michael Bursee, Mitglied der Geschäftsleitung bei der auf Personalthemen spezialisierten Beratungsfirma Kienbaum. Anders als die Credit Suisse, deren neues Vergütungssystem vielen in der Branche als Orientierungshilfe dient, verzichtet die Commerzbank auf eine relative Begrenzung des Bonusanteils. Damit ist es nach wie vor möglich, dass der Großteil des Gehalts leistungsabhängig bezahlt wird - was theoretisch die Risikobereitschaft fördern könnte. Bursee hält diese Gefahr allerdings für gering: "Wenn die Bonuszahlungen per se nachhaltig gestaltet sind, spielt ihr Verhältnis zum Fixgehalt eine eher untergeordnete Rolle."

  • 10.11.2009, 15:46 UhrAnonymer Benutzer: Reiner Tiroch

    Das klinkt vernünftig, aber nur, wenn sich die Herren nicht das mtl. Gehalt kräftig erhöht haben, oder gar andere Schlupfwinkel erfunden haben.

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