„Das endet mit dem großen Knall“

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"Je mehr die Politik reguliert, desto mehr Nischen entstehen"

Welchem Banker kann man zum Vorwurf machen, dass er alle Mittel nützt, das Vermögen seiner Anteilseigner zu mehren, indem er an dem Spiel teilnimmt?

Die Banken hätten in dieser Phase die Politik leiten müssen. Stattdessen aber sind wir Zeugen eines faszinierenden Schauspiels: Alle Beteiligten sehen die Aussichtslosigkeit. Aber weil nicht sein kann, was nicht sein darf, spricht es keiner aus.

 

Die Politik hat versucht, die Probleme auszusprechen. Es gab Reformen der Bankenaufsicht, Eigenkapitalregeln wurden verschärft, der Eigenhandel der Banken stark eingeschränkt, zuletzt haben Deutschland und einige andere Länder die so genannten Leerverkäufe verboten.

Aber dabei wiederholt die Politik, den Fehler, den auch Merkel und Steinbrück ganz am Anfang der Finanzkrise mit ihrem Einlageversprechen übersehen haben: Die Politiker plustern sich auf, als ob sie etwas regulieren könnten. Je mehr Politik reguliert, desto mehr schaffen sich die  Märkte ihre Nischen, in denen sie ungestört arbeiten können. Nationale Schritte reichen nicht aus. Der Nationalstaat allein ist zu klein, um diesen Finanzsektor zu kontrollieren.

 

Mir kommt dieses Argument immer wie ein Feigenblatt vor. Jeder Politiker sagt, er könne leider nichts machen, weil der Politiker im Nachbarland nicht mitziehe. Das klingt wie eine sehr bequeme Entschuldigung, nichts machen zu müssen.

Schauen Sie auf die Deutsche Bank, die ist so international aufgestellt. Wenn die deutsche Regierung etwas verbietet, gehen die halt dorthin, wo es erlaubt ist. Das geht aber nur, weil das Geld abstrakt ist. Es ist verhängnisvoll, dass die Politik glaubhaft macht, sie könnte die Märkte regulieren. Und es wäre noch verhängnisvoller, wenn die Politiker das wirklich glauben.

Ich mache aus meinem Herzen keine Mördergrube mehr. Wenn ich Merkel und Schäuble sehe, diese für Deutschland zwei zentralen Figuren in dieser Frage, wird mir bange. Frau Merkel ist ein Verhängnis für unser Land in dieser Zeit.

 

Was macht sie falsch?

Diese Frau hat in der DDR gelernt zu lavieren. Sie beruft sich zwar auf Ludwig Erhard und die Marktwirtschaft. Das geht aber so einfach nicht. Mit sozialer Marktwirtschaft muss man aufwachsen, das kann man sich nicht so einfach erlesen. Woher aber soll sie das wissen? Denen in Berlin sind die Maßstäbe verloren gegangen. Gerhard Schröder hat es wenigstens noch gewagt, seiner eigenen Klientel etwas zuzumuten. Aber die jetzigen Regierenden? Vielleicht zeigen sie uns aber gerade auch das praktische Beispiel für Schumpeters Unterschied zwischen gut gemeinter und guter Politik.

  • 14.09.2011, 17:34 Uhrkdrust

    Vielen Dank für den Hinweis auf diese nicht gehaltene Rede. Ich erinnere mich als Poullain zurücktrat, war die Nachricht wie ein Erdbeben.
    Sein Nachfolger Friedel N. hat die weichen für die WestLB so gestellt, dass sie vor den Baum fahren musste. Es ist immer das Gleiche die Politik (H. Rau) suchte sich damals -wie auch heute - einen bequemen, politisch wendigen und glattgeschliffenen nach dem MUnd redenden Banker. Auch so kann man dafür sorgen, dass Unternehmen langfristig vor die Wand fahren. Genauso machen die Politiker es auch mit dem Gemeinwesen und sie finden immer wieder Leute die dabei behilflich sind: siehe Ms. Trichet

  • 14.09.2011, 17:05 Uhrkdrust

    Puollain hat leider Recht; in der Beurteilung: der Situation, der Funktion der Banken, der handelnden Banker und insbesondere mit seinem Urteil über die handelnden Politiker

  • 14.09.2011, 16:58 UhrAnonymer Benutzer: hologramm

    Der Kapitalismus hat Krebs.
    In welchem Stadium? Wird die Zukunft erweisen. Soll heißen: heilbar oder unheilbar? - Ist unbestimmt!
    Nach Marx nicht so sehr heilbar, obwohl auch Marx hat nicht von bestimmten Zeiträumen gesprochen.

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