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Luxemburgs Banken-Präsident: „Zypern schlägt uns auf die Butterseite“

exklusivErnst Wilhelm Contzen spricht für die Luxemburger Banken und hat derzeit keinen leichten Job. Denn kleine Euro-Staaten mit großem Finanzsektor stehen seit der Zypern-Krise gehörig unter Druck. Doch die Kritik prallt ab.

„Zypern schlägt uns auf die Butterseite”Ernst Wilhelm Contzen, Präsident der luxemburgischen Banken, zur Attrkaktivität der luxemburgischen Banken für ausländische Anleger nach der Zypern-Rettung. Quelle: Luxemburger Wort / wort.lu
„Zypern schlägt uns auf die Butterseite”Ernst Wilhelm Contzen, Präsident der luxemburgischen Banken, zur Attrkaktivität der luxemburgischen Banken für ausländische Anleger nach der Zypern-Rettung. Quelle: Luxemburger Wort / wort.lu

Ernst Wilhelm Contzen (64) ist der erste Ausländer an der Spitze des luxemburgischen Bankenverbands ABBL. Der gebürtige Kölner ist seit 1998 Chef der Deutschen Bank Luxemburg.

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In Zypern müssen Bankkunden die strauchelnden Institute retten. Zerstört das nicht das Vertrauen in die europäische Finanzwelt?

Nein, wir Luxemburger sind für Europa und nicht für eine Renationalisierung. Die Bankkunden, die jetzt leiden, haben ja auch vorher über den Markt liegende Zinsen kassiert. Deshalb bin ich für das Vorgehen, wenn Vermögen unter 100.000 Euro verschont bleiben.

Wachstum des luxemburgischen Bankensektors

  • 1980

    97 Milliarden Euro

    (Kumulierte Bilanzsumme der luxemburgischen Banken)

  • 1985

    189 Milliarden Euro

  • 1990

    309 Milliarden Euro

  • 1995

    455 Milliarden Euro

  • 2000

    648 Milliarden Euro

  • 2010

    762 Milliarden Euro

  • 2011

    794 Milliarden Euro

  • Quelle

    Luxemburgische Finanzaufsicht CSSF.

Der Euro-Gruppenchef Dijsselbloem sieht darin sogar ein Vorbild für künftige Rettungen.

Und hat recht damit. Wer in Zypern auf hohe Zinsen gesetzt hat, muss im Zweifelsfall die Konsequenzen tragen. Künftig brauchen wir aber unbedingt ein europäisches Insolvenzrecht. EU und EZB sind da bereits weit mit den Plänen.

Euro-Gruppenchef Dijsselbloem sagt auch an die Adresse aufgeblähter Finanzsektoren: „Regelt das, bevor es zu Schwierigkeiten kommt.“ Da meint er wohl Luxemburg, dessen Finanzsektor 22 mal so groß ist wie die Wirtschaftsleistung ...

... aber niemand darf den Finanzplatz Luxemburg an der Wirtschaftskraft des Landes messen, die Vergleichsgröße muss die gesamte EU sein. Es sagt ja auch niemand, dass die deutsche Autoindustrie im Vergleich zum Heimatmarkt überdimensioniert ist.

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Wie meinen Sie das?

Wir exportieren Finanzdienstleistungen in alle Länder. Wir haben das Know-how etwa um Kredite mit 100 beteiligten Banken zu koordinieren, damit versorgen wir auch die Realwirtschaft. Und Dijsselbloem halte ich für intelligent genug, die Vorzüge der Grundfreiheiten des europäischen Binnenmarktes, vor allem Dienstleistungsfreiheit und freier Kapitalverkehr, zu verstehen.

  • 28.03.2013, 04:17 UhrSANTOS

    Ich finde es Super wenn die Banken auch unter kontrolle der Kunden stehen.

    Da kann dann gegenseitiger Kontrolle entstehen und somit wird mehr auf das produkt " EURO " geachtet und gleichzeitig beidseitig verteidigt.

    Nur wenn gegenseitiger kontrolle erfolgt kann der Anleger sicher sein um sein erspartes.

    Bisher kontrolierte niemanden die banken richtig und die schäden von schlechte Bank-Manager kommen jetzt gravierend zu Tage.

    Hätte man noch länger gewartet würde man wahrscheinlich noch schlimmer da stehen.

    Der EZB-Billigzins wird von den Banken in Anspruch genohmen aber leider nicht an dem Kunden weiter gegeben...und somit blockieren wieder die Banken die Wirtschaft sowie die Beschaffung von neue Arbeitsplätzen und somit die Möglichkeit weitere Mitbezahler zu bekommen die dann an dem Inferno die durch die Banken entstanden ist mitbezahlen.


  • 27.03.2013, 23:13 UhrPorzellankistenmutter

    Kein cent abgeflossen? Also ich kenne jemanden der sich im Zuge der Ereignisse letzte Woche sein (legales!) Luxemburg Konto erstmal mit Wertpapieren an Stelle der bisherigen letten Euro Festgelder bestueckt hat und sich derzeit aus der Schweiz und Jersey (Staat ist schuldenfrei) Angebote fuer den Depotuebertrag machen laesst und eins von diesen auch auf jeden Fall annehmen will.
    Die 'Anleger (egal ob FG oder WP) ueber 100Tsd Euro raus aus Konten in der Eurozone' Lawine ist zwar gerade erst losgetreten worden, aber sie rollt.
    Why risk it?!

  • 27.03.2013, 22:05 UhrStephanAchner

    "Wir Luxemburger sind für Europa und nicht für eine Renationalisierung" - so der Herr Contzen aus Luxemburg mit deutschem Pass. Bei solchen Plattitüden fällt mir nur noch ein, dass dem Herrn Contzen Europa so ziemlich egal sein dürfte, solange es den Luxemburger Banken gut geht. Wird dies anders (die Wahrscheinlichkeit ist hoch!), dürfte der Herrn Contzen seine Meinung wohl schnell ändern.

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