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Medienbericht: Derivateportfolio der Deutschen Bank steht zum Verkauf

Die Deutsche Bank will offenbar Restbestände eines Derivateportfolios loswerden und weckt damit das Interesse namhafter Investoren. Genau jene Reste stehen allerdings im Zentrum angeblicher Bilanztricks.

Einem Medienbericht zufolge will die Deutsche Bank milliardenschwere Restbestände eines Derivateportfolios verkaufen. Quelle: dpa
Einem Medienbericht zufolge will die Deutsche Bank milliardenschwere Restbestände eines Derivateportfolios verkaufen. Quelle: dpa

BerlinDie Deutsche Bank steht einem Medienbericht zufolge vor dem Verkauf eines milliardenschweren Derivateportfolios. Für die Restbestände der Wertpapiere, die im Zentrum angeblicher Bilanztricks standen, gebe es ein reges Interesse von mehreren namhaften Investoren, berichtet die „Welt“ (Donnerstagausgabe) vorab unter Berufung auf Finanzkreise.

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Die Deutsche Bank stehe einem Verkauf des Pakets durchaus aufgeschlossen gegenüber – zumal sie nach Einschätzung von Marktteilnehmern auf einen Preis oberhalb ihrer Buchwerte hoffen könne.

Die Klage-Chronik der Deutschen Bank – Teil 1

  • Diverse Klagen

    Mutmaßliche Bilanztricksereien, Hypothekenklagen, Zinsmanipulationen, der Kirch-Streit - die Deutsche Bank muss noch eine ganze Reihe von potenziell sehr teuren Altlasten aufarbeiten. Eine Übersicht über die Vorwürfe und Verfahren seit Anfang 2011, von denen einzelne bereits abgeschlossen sind.

  • 22. März 2011

    Der Bundesgerichtshof gibt der Deutschen Bank eine schallende Ohrfeige: Sie muss an einen hessischen Mittelständler mehr als eine halbe Million Euro Schadenersatz zahlen. Diesen Betrag hatte der Kläger mit einem komplizierten Zinsswap-Geschäft verloren, das die Bank nach Auffassung des BGH „bewusst zulasten des Anlegers“ konstruiert hatte. In der Folge einigt sie sich mit zahlreichen Kommunen und Unternehmen nach Angaben von Anwälten auf Vergleiche.

  • 13. April 2011

    In den US-Untersuchungen zur Rolle der Wall Street in der Finanzkrise erhebt ein Senatsausschuss schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Bank und Goldman Sachs. Der Deutschen Bank wird vorgeworfen, umstrittene Finanzprodukte aufgelegt zu haben. Sie habe unter anderem einen milliardenschweren verbrieften Hypothekenkredit (CDO) namens „Gemstone 7“ geschnürt und verkauft, bevor der Markt abstürzte. Dabei habe der zuständige Händler gewusst, dass das Paket minderwertige Assets enthalte.

  • 29. April 2011

    Die EU-Wettbewerbshüter knöpfen sich den Handel mit Kreditausfallversicherungen (CDS) vor, mit denen sich Investoren und Spekulanten gegen Pleiten von Staaten und Firmen absichern. Die Kartellermittlungen richten sich gegen 16 Investmentbanken, darunter die Deutsche Bank. Im weiteren Verlauf der Ermittlungen (2013) wird von den deutschen Häusern zunächst nur die Commerzbank vom Haken gelassen.

  • 4. Mai 2011

    Die Deutsche Bank bestätigt, dass die Stadt Los Angeles eine Klage gegen das Institut im Zusammenhang mit umstrittenen Zwangsräumungen eingereicht hat. Die Bank sei über Tochterunternehmen einer der größten „Slumlords“ der Millionenmetropole, heißt es in der Klageschrift, die Entschädigungszahlungen von mehreren hundert Millionen Dollar nach sich ziehen könnte. Sie habe Hunderte Anwesen verfallen lassen und Menschen zu Unrecht aus ihrem Heim vertrieben. Nach Angaben des Instituts wurde die Klage inzwischen abgewiesen. Ob die Stadt in Berufung geht, ist aber weiterhin offen.

  • 2. September 2011

    Die US-Aufsichtsbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) verklagt 17 Banken wegen umstrittener Hypothekengeschäfte, darunter die Deutsche Bank. Die Behörde wirft ihnen vor, beim Verkauf von mit Hypotheken unterlegten Wertpapieren falsche Angaben gemacht zu haben. Der Klageschrift zufolge werden finanzielle Schäden auf Hypotheken-Anleihen über insgesamt fast 200 Milliarden Dollar geltend gemacht - davon entfallen mehr als 14 Milliarden auf die Deutsche Bank. Das Geldhaus weist die Vorwürfe als unbegründet zurück.

  • 5. September 2011

    Laut „Financial Times“ nehmen britische Behörden von der Deutschen Bank und anderen Instituten zusammengestellte Wertpapiere wegen Betrugsverdachts unter die Lupe. Die Untersuchung des Serious Fraud Office soll Beweise dafür liefern, dass die Banken ihren Kunden beim Verkauf von forderungsbesicherten Wertpapieren in Großbritannien falsche Informationen geliefert hätten. Die Ermittlungen sind schwierig, da die Behörde den Instituten Betrugsabsicht nachweisen müsse.

  • 14. November 2011

    Die Staatsanwaltschaft München lässt Vorstandsbüros und die Rechtsabteilung im Zusammenhang mit dem Kirch-Prozess durchsuchen. Gegen den damaligen Vorstandschef Josef Ackermann werde wegen des Verdachts auf Prozessbetrug ermittelt. Auch gegen den damaligen Aufsichtsratschef Clemens Börsig, Ex-Vorstandschef Rolf Breuer und den früheren Personalchef Tessen von Heydebreck werde ermittelt. Die Bank und die Betroffenen halten die Beschuldigungen für haltlos und das Vorgehen der Staatsanwaltschaft für unverhältnismäßig.

  • 19. November 2011

    Die Pleite der US-Finanzfirma MF Global hat für die Deutsche Bank ein juristisches Nachspiel. Zwei US-Pensionsfonds verklagen Abteilungen des Frankfurter Instituts sowie sechs weiterer Geldhäuser, die MF bei der Erstellung von Anleihe-Angeboten unterstützt haben. Die Kläger werfen ihnen vor, in den Prospekten Probleme verschwiegen zu haben, die zum Kollaps des Brokerhauses geführt haben. Mit der Klage nehmen die Fonds finanzstarke Institute ins Visier, um ihre Verluste nach dem MF-Global-Zusammenbruch auszugleichen.

  • 21. Dezember 2011

    Sechs Händler werden wegen eines 230 Millionen Euro schweren Umsatzsteuerkarussells mit CO2-Verschmutzungszertifikaten in Frankfurt zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Der Handel wurde über die Deutsche Bank abgewickelt. Unter den 170 Beschuldigten im Visier der Staatsanwaltschaft sind auch sieben Mitarbeiter der Bank. Gegen sie gibt es noch keine Anklagen, die Bank hat aber 310 Millionen Euro Umsatzsteuerforderungen aus dem CO2-Handel abgeschrieben.

Ein Deal sei allerdings frühestens Anfang 2013 denkbar, da die meisten Investoren ihre Bücher für dieses Jahr praktisch schon geschlossen hätten.

In den vergangenen Jahren war die zeitweise bis zu 130 Milliarden Euro schwere Bilanzposition bereits geschrumpft, teils weil die Papiere ausliefen, teils weil die Bank sie gezielt abbaute. Verblieben sind dem Blatt zufolge Bestände im niedrigen zweistelligen Milliardenbereich. Die Deutsche Bank wollte sich dem Bericht zufolge zu den Verkaufsgerüchten nicht äußern.

Tatort Finanzindustrie: Weltweit gehen Aufseher und Staatsanwälte gegen die Banken vor. Auch die Deutsche Bank ist wieder im Visier der Ermittler. Für das neue Führungsduo kommen die Ermittlungen zur Unzeit.

Die Vorwürfe der Bilanztrickserei hat die Bank auf Basis erster interner Untersuchungen zurückgewiesen. Sie gehen auf die ersten Jahre der Finanzkrise zurück: Ehemalige Mitarbeiter beschuldigen das Institut, damals Milliarden an Buchverlusten nicht ausgewiesen zu haben.

 

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