
NEU-DELHI. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des unabhängigen britischen Centre for the Study of Financial Innovation (CSFI) im Auftrag der Weltbank und der Citigroup.
Es sei sehr wahrscheinlich, dass einige der Kleinstkreditbanken die Krise nicht überleben werden, warnt die Studie. "Die Umfrageergebnisse stellen die bisherigen Annahmen über die Branche auf den Kopf", beobachtet ihr Autor David Lascelles. Die Mikrofinanzinstitute hatten bisher wegen ihres einzigartigen Geschäftsmodells - verglichen mit normalen Geschäftsbanken - als krisenresistent gegolten.
Doch mit geringen Kreditausfallquoten guter Institute von ein bis zwei Prozent ist es der Umfrage unter mehr als 400 Experten aus 82 Ländern zufolge vorerst vorbei. Die Gefahr von Kreditausfällen stellt laut CSFI-Studie das größte Risiko für die Mikrokreditinstitute dar. Zurückzuführen sei dies unter anderem auf die schwierige Situation am Arbeitsmarkt und starke Schwankungen der Preise für Lebensmittel, Energie und andere Güter des Grundbedarfs. Dies treffe die Ärmsten der Armen besonders hart, heißt es in der Studie. Noch vor kurzem galten gerade die Kleinstunternehmer, die zum Kundenkreis der Mikrokreditbanken zählen, als weitgehend immun gegen die Folgen der globalen Rezession.
Die Krise fördert auch ein Risiko zu Tage, das die Banken der Armen bisher unterschätzt haben. Viele ihrer Kunden haben sich bei mehreren Gläubigern verschuldet, teilweise um die alten Darlehen zurückzuzahlen. Jetzt bricht ihr System zusammen. "Die Überschuldung entwickelt sich zu einem Hauptproblem des Mikrokreditsektors", warnt Sanjay Sinha, Geschäftsführerin der auf Mikrofinanzinstitute spezialisierten Ratingagentur M-CRIL in Indien.