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Milliarden-Betrugsskandal: Madoff verdirbt Schweizer Privatbankiers Bilanz

Kurz vor Jahresende hat es einige Schweizer Privatbankiers doch noch erwischt. Kamen sie lange Zeit ganz gut durch die Finanzkrise, kommt einigen von ihnen der Madoff-Skandal teuer zu stehen – sogar milliardenschwer. Das verhagelt die Jahresbilanz.

Der Paradeplatz in Zürich, das Bankenzentrum der Schweiz. Quelle: Reuters
Der Paradeplatz in Zürich, das Bankenzentrum der Schweiz. Quelle: Reuters

ZÜRICH. Lange Zeit waren die exquisiten Bankhäuser in Zürich, Genf und Luzern unbeschadet durch die Finanzkrise gekommen. Viele von ihnen haben sogar von den Problemen der beiden Großbanken UBS und Credit Suisse profitiert und zusätzliche Kunden und Mitarbeiter hinzugewonnen. Durch den Milliardenbetrug des amerikanischen Investors Bernard Madoff endet jedoch auch für die konservativsten Bankiers der Schweiz das Jahr 2008 mit einer bitteren Note. Auf rund 2,4 Mrd. Dollar könnten sich die Verluste der Eidgenossen summieren, falls sie ihre Madoff-Investments total abschreiben müssen.

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Gemessen an den mehr als 5 000 Mrd. Franken, die insgesamt von Schweizer Banken verwaltet werden, sind das „Peanuts“. Es ist jedoch weniger die Höhe der möglichen Verluste als vielmehr die Tatsache, dass auch die stolzen Privatbankiers nicht ohne Fehl und Tadel sind, die bei nervösen Investoren hängen bleibt. Da hilft es wenig, wenn die Privatbank Reichmuth ihre Kunden darauf hinweist, dass man „vor Betrug nie gefeit“ sei. Die vorläufige Schadensbilanz für ihren Matterhorn-Fonds weist ein Verlustpotenzial von 330 Mio. Dollar aus.

Dabei sollte 2008 eigentlich „das Jahr der Privatbanken“ werden. So hatte es Joachim Strähle, Chef der Bank Sarasin in Basel, zur Halbzeit im Juli angekündigt. Grund für die Zuversicht war die Erkenntnis, dass die kleinen Privatbanken insbesondere von der Krise bei der UBS profitiert haben. Während der Marktführer bis zum Ende des dritten Quartals Mittelabflüsse von mehr als 100 Mrd. Franken hinnehmen musste, meldeten die meisten Privatbanken einen Zustrom neuer Kundengelder.

Zu den Nutznießern gehören zwar fast alle Privatbanken in der Schweiz. Besonders stark konnten jedoch die „wirklichen“ Privatbankiers von dem Negativtrend der Großen profitieren. Selbst in der kleinen und feinen Branche wird nämlich noch säuberlich differenziert. Zwar betreiben von der UBS über Julius Bär bis hin zu Reichmuth alle „Private Banking“ für betuchte Kunden ab einem Vermögen von rund einer Mio. Franken. Die Crème de la crème sind jedoch die 14 Privatbankiers. Als solcher darf sich nach dem Schweizer Bankengesetz nur derjenige bezeichnen, der unbeschränkt für seine Bank haftet. Die Geschichte dieser Traditionshäuser reicht bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zurück. Pictet ist mit einem verwalteten Vermögen von gut 372 Mrd. Franken der größte Nischenanbieter für feine Leute. Vom Madoff-Skandal sind die Genfer angeblich nicht betroffen.

Die Schweizer Privatbanker haben sich zwar als krisenfester erwiesen als die Großbanken. Ganz ungeschoren sind sie aber nicht davongekommen. Angesichts der Turbulenzen auf den Finanzmärkten werden die 14 Privatbankiers kaum ihr Rekordergebnis von 464 Mio. Franken aus dem vergangenen Jahr wieder erreichen. „Sogar für vorsichtige Alpinisten bringt ein Unwetter am Berg ungeahnte Gefahren“, warnte Pierre Darnier, Teilhaber der Privatbank Lombard Odier Darier Hentsch & Cie. kürzlich auf einem Treffen des Genfer Bankadels. Das war noch, bevor der Investor Madoff seine Bombe platzen ließ.

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