
Düsseldorf/New YorkEs ist eine Wiederkehr, die in ihrem Ausmaß überrascht. Die US-Großbanken geben in diesen Tagen ihre Zahlen für das abgelaufene Quartal bekannt – und die Finanzriesen können „durch die Bank“ überzeugen.
Am Dienstag hat Goldman Sachs die Anleger mit einem Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar erfreut. Vor einem Jahr hatte die Investmentbank noch einen Verlust von mehr als 400 Millionen Dollar eingefahren. Damals hatten Goldman die Flaute im Investment-Banking und die Schuldenkrise in Europa zugesetzt. Es war erst der zweite Quartalsverlust seit dem Börsengang der Investmentbank im Jahr 1999.
Die größte US-Bank JP Morgan Chase verdient wieder soviel wie vor der Krise. Im dritten Quartal steigerte JP Morgan den Nettogewinn um ein Drittel auf 5,7 Milliarden Dollar. Hauptgrund ist die boomende Nachfrage nach Hypotheken in den USA. Allein im Geschäft mit Häuserkrediten nahm das Institut 1,8 Milliarden Dollar ein – 36 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das Ergebnis übertraf die Analystenerwartungen.
Die Erfolgsgeschichte von Wells Fargo geht weiter. Im dritten Quartal wuchs der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22 Prozent auf den Rekordwert von 4,94 Milliarden US-Dollar. Damit übertraf die Bank die Erwartungen von Analysten. Wells Fargo profitierte von der sich bessernden US-Konjunktur und dem weiter anziehenden Immobilienmarkt.
Die Citigroup muss einen Gewinneinbruch hinnehmen. Die Erlöse gingen um 88 Prozent auf 468 Millionen Dollar zurück. Wesentlicher Grund dafür waren Sonderabschreibungen in Höhe von 2,9 Milliarden Dollar (nach Steuern), weil die Bank beim Verkauf ihrer Tochter Smith Barney nicht den erhofften Preis erzielen konnte.
Goldman Sachs wies einen überraschend kräftigen Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar aus, nachdem ein Jahr zuvor noch ein Verlust von 428 Millionen Dollar in den Büchern stand. Die Einnahmen stiegen um 133 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar. Die Investmentbank verdient dank der Erholung an den Finanzmärkten wieder prächtig.
Einen Gewinn von gerade einmal 340 Millionen Dollar hat die Bank of America im dritten Quartal erzielt. Vor einem Jahr erwirtschaftete die Bank noch ein Plus von 6,2 Milliarden Dollar. Schuld daran waren vor allem Sondereffekte wie die Abschreibung von 1,6 Milliarden Dollar nach einer 2,4 Milliarden Dollar teuren Einigung, um einer Sammelklage von Aktionären zu entgehen.
Die US-Großbank Morgan Stanley fuhr im dritten Quartal einen Verlust von einer Milliarde Dollar ein. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum erzielte die Investmentbank noch einen Gewinn von 2,2 Milliarden Dollar. Der Umsatz schrumpfte in den drei Monaten von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 9,8 auf 5,3 Milliarden Dollar.
Bereinigt um Abschreibungen auf Schuldbewertungen kletterte aber der Umsatz auf 7,6 Milliarden Euro. Im Vorjahr bezifferte sich der bereinigte Umsatz nur auf 6,4 Milliarden Dollar. Um die Abschreibungen bereinigt stand ein Gewinn von 561 Millionen Dollar, verglichen zu 64 Millionen Dollar im Vorjahr.
„Blankfeins dunkelste Stunde bei Goldman Sachs“ titelte im Oktober 2011 Handelsblatt Online. Doch nur ein Jahr später ist alles anders. Und das nicht nur bei den Investmentbankern von Goldman Sachs. Die US-Universalbanken verbuchen sogar Rekordgewinne. Am vergangenen Freitag legten JP Morgan und Wells Fargo ihre Zahlen vor. US-Branchenprimus JP Morgan steigerte die Nettoerlöse auf 5,7 Milliarden Dollar.
Auch Wells Fargo ließ sich nicht lumpen. Das Institut aus der Westküstenmetropole San Francisco verkündete einen Gewinnsprung auf knapp fünf Milliarden Dollar. Das waren satte 22 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Am Montag schließlich konnte auch die Citigroup überzeugen – jedenfalls im operativen Geschäft. Nach Abschreibungen beim Verkauf der Anteile des Gemeinschaftsunternehmens Smith Barnes an Morgan Stanley stand unter dem Strich nur ein Nettogewinn von einer knappen halben Milliarde Dollar. Am Dienstag trat Citi-Chef Vikram Pandit zurück, warum ist noch nicht bekannt.
Doch warum diese wundersame Erholung der US-Finanzinstitute? Denn schließlich hatten Analysten nach dem schwachen Jahr 2011 vor allem den Investmentbanken erneut ein schlechtes Geschäftsjahr vorausgesagt. Auch die Geschäftsbanken kamen in ihren Prognosen für das laufende Jahr aufgrund der Euro-Schuldenkrise und des in der Folge schwächelnden Kapitalmarktgeschäfts nicht gut weg.

@Livia
Ich meine vor allem bei Buchgewinn die Werterhöhung durch Bewertungsdifferenz von einem Stichtag zum Nächsten und deren Folgen. ( Bilanz )
Bewertung kann auch unabhängig vom Geld geschehen. Selbst bei Tauschgeschäften können Verlust und Gewinn auftreten, hat dann nichts mit Zins und Zinseszins zu tun.
Z.B. ein Bauer züchtet Pferde will sich aber auch Kühe anschaffen, er bekommt Anfang eines Jahres für 1 Pferd nur eine Kuh am Ende des Jahres bekommt er 2 Kühe für das gleiche Pferd. Kühe und Pferde gleiche Qualität am Anfang und Ende des Jahres, da hat der Pferdebauer ein Gewinn gemacht und der Kuhbauer ein Verlust am Ende des Jahres. Allgemeine Marktbedingungen hatten sich geändert ( Angebot und Nachfrage ). Tauschen beide nicht, sondern schreiben die Werte der Tiere jeweils am 01.01. und 31.12. eines Jahres in ein Buch ein, so ist das jeweils ein Buchgewinn oder Buchverlust, was sich im nächsten Jahr schon wieder ändern kann. Investmentbanken handeln nur mit Werten, nicht mit Waren, die in Geld ausgedrückt werden und da können Wertberichtigungen erhebliche Auswirkungen haben.

Kommt drauf an, welche kaufmännischen Regeln Du meinst!
Zins und Zinseszins ist kein Naturgesetz und auch keine zwingende Notwendigkeit! Die längere Zeit der Menschheitsgeschichte kam die Selbe ohne dem aus! In den meisten älteren Kulturen war die Zinsnahme verboten, gehörte sich einfach nicht oder die Zahlensysteme waren zur Punktrechnung nicht geeignet - und die Menschen waren glücklicher!
Es gibt die schöne Hoaxrechnung was dabei rauskommt, wenn man einen Sesterzen im Jahre 0 zu 4% anlegt - das sagt eigendlich alles! Denn man muß sich einmal überlegen, daß das ganze Geld leistungslos dem leistenden Bevölkerungsteil entzogen wird!
Und dazu kommt, daß GoldmanSachs noch ganz besonders rücksichts- und skrupellos ist, ja geradezu kriminelle Energie entwickelt um das System zu seinen Gunsten noch zu "verfeinern"!
Die Brüder haben schon an der (Land-)Wirtschaftskriese der USA 1922 ordentlich verdient und 1929 erst für die Zulassung der Tricks gesorgt mit denen sie den schwarzen Freitag auslösen konnten und dann dick abkassiert! Die sind bisher immer als die Gewinner aus jeder Kriese herausgekommen!!!
Um das in Zukunft zu verhindern muß man das Bankwesen klein halten und möglichst überflüssig machen. Mal damit anfangen, die Barquote drastisch zu erhöhen anstatt andenken Barzahlung erst mit Extragebühren zu belegen und dann am liebsten ganz abzuschaffen! Kassenzwang statt Kontozwang! Je weniger "Spielgeld" Banken in die Finger bekommen, desto weniger Unsinn - z.B. in Form von (Luft)Blasen - können sie damit machen!

FALSCH! Die Euro.-Politiker machen genau das was die Banken wollen! Und ja, die Banken sind die grösste Gefahr für die Weltwirtschaft! Geld das der Realwirtschaft zu Gunsten der Kapitalmärkte entzogen wird, wird in naher Zukunft eine weltweite Rezession auslösen! Das ist der Plan um eine Weltwährung und Weltregierung durchzusetzen!
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