
FRANKFURT. Die Deutsche Bundesbank gibt noch keine Entwarnung für die Ertragslage der Banken. Zwar zeichne sich für das Geschäftsjahr 2009 unter anderem wegen der staatlichen Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzmärkte eine leichte Erholung ab. Daraus könne aber "noch auf keine nachhaltige Verbesserung der Ertragslage für das gesamte deutsche Bankensystem geschlossen werden", heißt es im Monatsbericht September der Bundesbank. Risiken sieht die Bundesbank vor allem in Form steigender Ausfälle im Kreditgeschäft, die insbesondere die im Massengeschäft tätigen Institute treffen dürften.
Die Notenbanker warnen auch vor weiteren Ausfällen im ausländischen Kreditgeschäft, vor allem bei verbrieften Forderungen. Dies könne erneute Abschreibungen auf strukturierte Produkte auslösen. Die Bundesbank empfiehlt indirekt die Nutzung von "Bad Banks" zur Auslagerung dieser toxischen Papiere aus den Bilanzen. Letztendlich hänge die Höhe der Belastungen durch weitere Abschreibungen auf strukturierte Produkte auch "von der Inanspruchnahme des Bad-Bank-Modells durch die Banken ab."
Bisher hält sich das Interesse an den Bad Banks seitens der deutschen Kreditinstitute in engen Grenzen. Lediglich die WestLB und die Hypo Real Estate befassten sich bisher ernsthaft mit dem Thema. "Die Bad-Bank-Lösung, wie in Deutschland angeboten, kauft nur Zeit, bringt aber keine große Erleichterung", meint Jürgen Michels, Europa Chefvolkswirt der Citigroup. Nicht von ungefähr liege Deutschland im internationalen Vergleich bei der Nutzung dieser Auslagerungsmöglichkeit ganz hinten. Die Regierung sollte laut Michels mehr tun, um den Finanzinstituten aus den Eigenkapitalschwierigkeiten zu helfen und so eine Kreditklemme abzuwenden.
Im vergangenen Jahr verwüstete die Finanzkrise die Bilanzen der deutschen Kreditinstitute. Laut Bundesbank brach der Jahresüberschuss vor Steuern um 45,5 Mrd. Euro ein, das addierte Minus erreichte 25,0 Mrd. Euro. Erstmals seit Bestehen der Statistik wurden damit für die Gesamtheit der deutschen Banken rote Zahlen geschrieben.