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Neuausrichtung: DZ Bank streicht Jobs und baut Vorstand aus

exklusiv Die DZ Bank strebt eine Neuausrichtung ihrer Geschäftsstrategie an. Im Zuge dessen sollen bis Ende 2011 450 Stellen im In- und Ausland wegfallen. Das geht aus Unterlagen hervor, die dem Handelsblatt vorliegen. Während das Auslandsengagement gekürzt wird, stärkt das Institut Felder wie das Transaktionsgeschäft, das Private-Banking und das Mittelstandsgeschäft. Untermauert wird der Strategiewechsel durch zwei Personalentscheidungen.

von Yasmin Osman und Sonia Shinde
Zentrale der DZ Bank in Frankfurt: Das genossenschaftliche Institut verordnet sich eine Frischzellenkur. Quelle: dpa
Zentrale der DZ Bank in Frankfurt: Das genossenschaftliche Institut verordnet sich eine Frischzellenkur. Quelle: dpa

FRANKFURT. Wie die DZ Bank am Montag mitteilte, sind mit dem Strategiewechsel zwei Personalien verbunden: Für den Bereich Informatik und Operations&Services wird ab Oktober Thomas Ullrich zuständig sein, bislang Vorstand der WGZ Bank. Damit fällt das Transaction Banking, also die Abwicklung von Zahlungsverkehrs- und Wertpapiertransaktionen in sein Gebiet. Ullrich gilt als Ziehsohn von WGZ-Bankchef Werner Böhnke. Für eine Übergangszeit bis März 2010 bleibt er parallel im WGZ-Vorstand.

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Zudem holt die DZ Bank Hans-Theo Macke in den Vorstand, bisher Chef ihrer Hypotheken-Tochter DG Hyp war. Macke übernimmt von Vorstand Thomas Duhncrack das Mittelstandsgeschäft und von DZ-Chef Wolfgang Kirsch die Verantwortung für Verbundthemen.

Mit den Plänen setzt die DZ Bank ihre Ankündigung um, sich geschäftlich stärker einzuschränken und Kosten zu sparen. Die Zentralbank für rund 1 000 Genossenschaftsbanken hatte 2008 rund eine Mrd. Euro Verlust geschrieben und will ihr Kapital erhöhen. Nach der jüngst gescheiterten Fusion mit der WGZ Bank hatte die DZ Bank intern angekündigt, auch ohne Zusammenschluss die Kosten deutlich senken zu wollen.

Mit den nun aktuellen Beschlüssen werden dem Vernehmen nach mehr als 100 Mio. Euro gespart: zur Hälfte über das Personal, zur Hälfte über niedrigere Sachkosten. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis zum 31. März 2010 ausgeschlossen. Der Ausschluss verlängert sich um ein Jahr, wenn bis März 2010 bereits 250 der anvisierten 450 Stellen eingespart werden konnten. Werden die Einsparungen bis März 2011 umgesetzt, sind betriebsbedingte Kündigungen bis März 2012 ausgeschlossen.

Insgesamt soll die Mitarbeiterzahl im Ausland um 70 Vollzeitstellen sinken, im Inland um 380 Stellen. Derzeit beschäftigt die DZ Bank AG im Inland 3 650 Mitarbeiter, im Ausland sind es 350. Stärker betroffen ist der Standort Stuttgart, da die Buchhaltung bis Ende 2011 in Frankfurt zentralisiert wird. Bislang war der Bereich Group Finance auf Frankfurt und Stuttgart verteilt. Betroffene Mitarbeiter erhalten Umzugs- oder Pendelhilfen.

Um den DZ-Beschäftigten ein Ausscheiden schmackhaft zu machen, sind Vorruhestandsregelungen und Turboprämien für Aufhebungsverträge vorgesehen. Die Vereinbarungen über Altersteilzeit wurden verlängert. Daneben kann die gesetzliche Elternzeit um ein Jahr verlängert werden.

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