
FRANKFURT. Im vierten Quartal 2008 mussten die deutschen Banken weite Teile ihrer Verbriefungen aus dem Hypothekengeschäft sowie ihrer Kredite für Übernahmen und Gewerbeimmobilien abschreiben. Zudem fuhren sie den verlustreichen Eigenhandel zurück. Der Abbau von Risiken hat höchste Priorität. Doch beim Blick auf die Risikoaktiva scheint sich in den Bilanzen nicht viel verändert zu haben. Die Deutsche Bank und die Commerzbank reduzierten die Risikoaktiva in 2008 nur um etwa sechs, die Postbank um 15 Prozent.
Daraus zu schließen, die Banken hätten beim Risikoabbau nicht genug getan, wäre zu einfach. Michael Dawson-Kropf, Leiter der Bankenanalyse bei der Ratingagentur Fitch, erklärt: "Die Banken können ihre Risiken zurzeit nicht so schnell reduzieren oder absichern, wie sich bereits wieder neue ankündigen." Und diese neuen Brandherde blähen die Risikoaktiva auf.
Banken berechnen diese, indem sie Kredite und Wertpapiere nach der Wahrscheinlichkeit des Ausfalls gewichten. Sichere Anlagen werden mit null, sehr riskante Positionen dagegen über ihrem Nominalwert gewichtet. So ergibt sich beispielsweise bei der Commerzbank aus der Bilanzsumme von 625 Mrd. Euro ein Volumen der Risikoaktiva von 222 Mrd. Euro. Dieses muss die Bank mit Eigenkapital absichern.
Durch die Rezession steigt nun das Risiko, dass Firmen Kredite nicht zurückzahlen. Bereits 2008 berücksichtigten die Banken daher viele Kredite mit einer erhöhten Gewichtung. Dieser Trend wird sich 2009 verstärken.
Dass die Banken in Krisenzeiten mehr Eigenkapital vorhalten müssen, ist ein Problem, weil es ihnen die Kreditvergabe erschwert. Die Regierungen der G20-Staaten beraten daher zurzeit eine Erweiterung der sogenannten Basel-II-Regeln. Zukünftig sollen Banken in guten Zeiten zusätzliches Eigenkapital aufbauen, das im Abschwung genutzt werden kann.