
TOKIO. Neueste Aussteiger sollen Jane Chang, Vize-Chairman des China-Investments, sowie Geoffrey Feldkamp sein, zuständig für Aktien-Einschätzungen im Raum Asien, ausgenommen Japan. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass Sigurbjorn Thorkelsson, Kopf der Aisen-Aktienmarkt-Gruppe, sowie mit Thomas Siegmund und Gaurav Gupta zwei weitere hochrangige Banker Nomura verlassen und teilweise bei Konkurrenten anheuern. Gupta etwa wechselt zum australischen Wettbewerber Macquarie.
Beim Nomura-Mutterhaus in Tokio hieß es dazu auf Anfrage des Handelsblatts, dass man zu Abgängen grundsätzlich keine Stellung nehme. Aber „wir glauben, wir haben eine große Tiefe in unseren Management-Positionen und sind überzeugt, dass das in unserem Team, das wir aufgestellt haben, die besten ihre Klasse sind.“
Einige Gute gehen jedenfalls. Und die Spekulationen über ihren Ausstieg gehen munter weiter. So gibt es Bank-Experten, die glauben, dass die Integration nicht funktioniert habe. Die Lehmänner und -frauen, die eher einen lockeren amerikanischen Führungsstil gewohnt waren, seien mit dem unter strengen Regeln geleiteten japanischen Unternehmen nicht klar gekommen. Chang, 42, etwa kam über die Deutsche Bank zu Lehman. „Leute aus Übersee, die zu Nomura gekommen sind, fanden es vielleicht unangenehm bei Nomura wegen kulrureller Differenzen, sagte vor wenigen Tagen Katsunobu Komizo, Chef des Personalberaters Executive Search Partners Co. in Tokio.
Andere glauben, dass die Lehman-Angestellten schon immer vorhatten, nur die zwei Jahre bei Nomura abzusitzen, bis ihre Halteprämie fällig wird.
Nomura hatte die Europa- und Asien-Einheiten von Lehman Brothers, damals die größte US-Investmentbank, nach deren endgültiger Pleite infolge der Finanzkrise am 15. September 2008 225 Mio. US-Dollar übernommen. Den rund 8 000 übernommenen Angestellten wurden zum Teile hohe Bonus-Zahlungen versprochen, wenn sie bei Nomura bleiben würden. Diese Zahlungen wurden jetzt am 1. März fällig.
Andere Nomura-nahe Quellen behauten, die Ex-Lehmänner und -frauen würden gehen, weil Nomura umstrukturiert wird – und für die Aussteiger keine Aufstiegschance vorgesehen waren. Tatsächlich gab Nomura vor wenigen Tagen bekannt, dass es diverse Positionen neu besetzen will. Die Ankündigung kam kurz nach dem ersten Bericht über den Ausstieg von Sigurbjorn Thorkelsson. Zudem verweisen Nomura-Insider darauf verwiesen, dass 95 Prozent der Ex-Lehman-Angestellte noch bei Noruma seien.