Banken

_

Peregrine Financial: Erneut Skandal um US-Derivatehändler

Den USA steht der nächste große Finanzskandal ins Haus. Der Derivatehändler PFG soll Millionen an Kundengeldern veruntreut haben. Gestern meldete das Unternehmen Insolvenz an. Der PFG-Chef plante angeblich Selbstmord.

Einige Monate vor PFG war bereits der an der Wall Street gelistete Devisenhändler MF Global pleite gegangen. Quelle: AFP
Einige Monate vor PFG war bereits der an der Wall Street gelistete Devisenhändler MF Global pleite gegangen. Quelle: AFP

New YorkIn den USA gibt es offenbar erneut einen großen Finanzskandal. Acht Monate nach der Pleite des großen Derivatehändlers MF Global ermitteln die Behörden gegen ein anderes wichtiges Unternehmen der Branche, die Peregrine Financial Group (PFGBest). Die Finanzaufsicht CFTC wirft dem Derivatehändler und seinem Chef Russell Wasendorf in einer am Dienstag vor einem Gericht in Illinois eingereichten Klage vor, Kundengeld veruntreut zu haben. Das Unternehmen machte demnach falsche Angaben zu seinem Guthaben, mehr als 200 Millionen Dollar (163 Millionen Euro) seien verschwunden.

Anzeige

Das „Wall Street Journal“ berichtete am Dienstagabend (Ortszeit), PFG habe Insolvenz beantragt. „Alle sind weg, es gibt keine Angestellten mehr“, sagte der Analyst und frühere PFG-Beschäftigte Phyl Flynn. Finanzmedien berichteten von hunderten Entlassungen bei dem Derivatehändler. Flynn zufolge versuchte PFG-Chef Wasendorf zudem sich das Leben zu nehmen und liegt nun in einer Klinik in Iowa. Ein Sprecher von PFG war zunächst nicht zu erreichen.

Banken und Versicherer USA

PFG galt bislang als renommierter Derivatehändler. Derivate sind komplizierte Finanzprodukte, die eine Art Wette auf die Entwicklung anderer Wertpapiere oder etwa von Währungen oder Rohstoff-Preisen darstellen.

MF Global hatte im Oktober Insolvenz anmelden müssen, nachdem sich das Unternehmen mit Staatsanleihen verschuldeter Euro-Staaten verspekuliert hatte. Das Unternehmen hatte für rund 6,3 Milliarden Dollar Staatsanleihen gekauft, mehr als die Hälfte davon waren Schuldpapiere aus den Krisenländern Italien und Spanien. MF Global gilt damit als erstes Wall-Street-Unternehmen, das wegen der Schuldenkrise in der Eurozone zu Fall gekommen ist. Nach der Pleite konnte die Geschäftsführung nicht erklären, wo 1,2 Milliarden Euro Kundengeld verblieben waren.

  • 11.07.2012, 15:08 Uhrsteuerzahler

    Na das ging aber schnell, 48 Stunden hat es gedauert bis in Europa darueber geschrieben wird...

  • Die aktuellen Top-Themen
Umsatz- und Gewinnsteigerung: Das iPhone versüßt Apple die Firmenbilanz

Das iPhone versüßt Apple die Firmenbilanz

Millionen iPhones hat Apple im ersten Quartal verkauft. Das brachte dem Unternehmen eine bessere Firmenbilanz als erwartet, es steht mit Umsatz und Gewinnen gut da. Auch für Börsianer hat Apple Neuigkeiten.

Mehr Umsatz und Gewinn: Firmenbilanz schiebt Facebook-Aktien auf 63 Dollar

Firmenbilanz schiebt Facebook-Aktien auf 63 Dollar

Facebook überrascht die Analysten: Die Firmenbilanz des Online-Netzwerks übertrifft mit Gewinn- und Umsatzsteigerungen die Erwartungen. Einen Top-Manager wird das das Unternehmen dennoch verlieren.

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläumsfestivitäten – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR UNTERNEHMENS-VERKAUF UND UNTERNEHMENSNACHFOLGE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.

Mit dem Jobturbo durchsuchen Sie mehr als 215.000 Stellenanzeigen in 36 deutschen Stellenbörsen.
Diese Jobs suchen die Handelsblatt-Leser:
1. Ingenieur   6. Bauingenieur
2. Geschäftsführer   7. Marketing
3. Financial Analyst   8. Jurist
4. Controller   9. Volkswirt
5. Steuerberater   10. Designer