
FRANKFURT. "Die schlimmsten Belastungen aus der Krise liegen hinter uns", sagte Finanzchef Marc Heß. Mindestens ein Quartal in diesem Jahr werde die Postbank wieder mit einem Gewinn abschließen. Heß betonte, die Postbank wolle weiter ohne staatliche Hilfe durch die Krise steuern.
Der Aktienmarkt reagierte dennoch verschnupft auf die Zahlen. Der Kurs der im MDax notierten Postbank-Aktie sank zwischenzeitlich um mehr als drei Prozent. Die Zahlen der Postbank sind mit den Milliardengewinnen der Investmentbanken, die schon ihre Ergebnisse präsentiert haben, schlecht zu vergleichen. Allerdings kämpft auch die Deutsche Bank im Privatkundengeschäft mit schlechteren Marktbedingungen.
Die Postbank ist gemessen an der Zahl der Privatkunden die größte deutsche Bank. Großaktionäre sind die Deutsche Post und die Deutsche Bank. Die will die Postbank in den kommenden Jahren komplett übernehmen.
Ein Grund für den Verlust der Postbank waren Wertberichtigungen über 148 Mio. Euro etwa auf strukturierte Wertpapiere. Im Quartal zuvor waren die Wertberichtigungen noch mehr als doppelt so hoch.
Zu schaffen macht der Bank zudem ein niedrigerer Zinsüberschuss. Er lag mit 566 Mio. Euro neun Prozent unter dem Vorjahresquartal. "Das anhaltend niedrige Zinsniveau stelle für einlagenstarke Banken wie die Postbank eine besondere Herausforderung dar und könnte sich - verglichen mit dem Vorjahr - belastend auf die Entwicklung des Zinsüberschusses aus dem Spar- und Girogeschäft auswirken", schrieb Postbank-Vorstandschef Stefan Jütte im Finanzbericht des Instituts.
Finanzchef Heß versprach jedoch eine deutliche Verbesserung in den kommenden Quartalen. Dass Kurz- und Langfristzinsen auseinander driften, hilft der Postbank dabei ebenso wie die Stabilität der Zinsen - wenn auch auf niedrigem Niveau. "Das Zinsergebnis sollte mit einer steileren Zinskurve und stabilen kurzfristigen Zinsen wieder steigen", sagt auch Analyst Philipp Häßler von Equinet. "Aber im Provisionsgeschäft sehe ich keine schnelle Besserung." Dieses stieg zwar im Zuge der Erholung an den Aktienmärkten zum Vorquartal um mehr als neun Prozent auf 337 Mio. Euro, lag aber immer noch vier Prozent unter dem nicht guten Vorjahresquartalsergebnis.
Analyst Häßler rechnet für das laufende Quartal mit einem kleinen Verlust der Postbank. Ein Grund ist die steigende Risikovorsorge, die mit 157 Mio. Euro fast doppelt so hoch liegt wie im Vorjahresquartal. Rund die Hälfte davon fiel für die Finanzierung gewerblicher Immobilien an, die die Postbank vor allem in Großbritannien und den USA betreibt. Für das zweite Halbjahr rechnet die Postbank mit einem weiteren Anstieg der Risikovorsorge.