
FRANKFURT. Für die meisten Banken dürfte die geplante internationale Schuldenobergrenze (Leverage Ratio) ihren Schrecken verloren haben. Die internationalen Aufsichtsbehörden im Baseler Bankenausschuss haben nun Beschlüsse für die neuen Eigenkapitalregeln (Basel III) gefasst, die zumindest für die meisten börsennotierten Banken kein Problem darstellen. Zu den Ausnahmen gehören aber ausgerechnet eine Reihe deutscher Banken. Vor allem Pfandbriefbanken und einige Landesbanken, also zwei deutsche Spezialitäten, müssen danach noch bis 2018 schrumpfen, zumindest wenn es bei den aktuellen Plänen bleibt. Entsprechend groß sind die Vorbehalte gegen die Schuldenbremse in Deutschland.
Mit der Schuldengrenze wollen die Aufsichtsbehörden verhindern, dass Banken mit zu wenig Eigenkapital ein zu großes Rad drehen. Bislang war das erlaubte Geschäftsvolumen daran gekoppelt, wie riskant ihre Aktivitäten sind. Das ist die Logik von Basel II: je mehr Risiko, desto mehr Eigenkapital. Die Leverage Ratio (Basel III) berücksichtigt den Risikogehalt hingegen nicht, sondern setzt davon unabhängig absolute Obergrenzen fest. Bei der Bemessung des Risikos lagen die Aufseher in der Vergangenheit nämlich oft falsch. Nun einigten sich die Aufseher darauf, dass das Kernkapital einer Bank ab 2018 mindestens drei Prozent des Geschäftsvolumens betragen muss, sie dürfen also höchstens das 33-Fache ihres Kernkapitals verleihen.
In Deutschland wird kritisiert, dass Banken mit risikoarmen Geschäftsmodellen benachteiligt werden. "Die Leverage Ratio in der vorgesehenen Form gewährleistet noch keine gleichen Wettbewerbsbedingungen, sondern benachteiligt traditionelle Geschäftsmodelle wie das von Geschäftsbanken, die sich vor allem auf die Kreditvergabe konzentrieren, oder Pfandbriefbanken", sagte Bundesbank-Vizepräsident Franz-Christoph Zeitler dem Handelsblatt. "Außerbilanzielle Strukturen, wie sie bei manchen Investmentbanken eine große Rolle spielen, werden dagegen nur zu einem geringen Umrechnungsfaktor berücksichtigt", beklagt Zeitler.
Für die meisten börsennotierten Banken in Europa ist die Schuldenbremse kein Problem mehr, zeigt eine kürzlich erstellte Analyse von Société Générale: Von 23 untersuchten Banken reißen nur noch vier die Latte, darunter die Deutsche Postbank. Viele Marktteilnehmer hatten eine Begrenzung auf das 25-Fache des Kernkapitals erwartet. Dann hätten sich viel mehr Banken weiter entschulden müssen, darunter die Deutsche Bank. Beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) gibt man sich nun gelassen. "Eine gelockerte Verschuldungsgrenze allein stellt die Sparkassen nicht vor Probleme. Denn wohl kaum eine Sparkasse verleiht derzeit das 33-Fache ihres Kernkapitals", sagt DSGV-Abteilungsdirektor Peter Konesny.
Was mich nachdenklich macht, ist die Rede von "den risikoarmen Geschäftsfeldern wie Staatsfinanzierung". Die Zeichen der Zeit sehen eigentlich anders aus.
Sehr schön, bis 2018 haben sie also noch freie Fahrt voraus.
Zitat: Nun einigten sich die Aufseher darauf, dass das Kernkapital einer bank ab 2018 mindestens drei Prozent des Geschäftsvolumens betragen muss, sie dürfen also höchstens das 33-Fache ihres Kernkapitals verleihen.---
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Mein Gott, bis 2018- bis dahin ist längst alles anders- alles umgekrempelt, denn dieser laden hält doch nicht mehr so lange. bis dahin ist uns der jetzige Sumpf längst um die Ohren geflogen.
Alles was für die ferne Zukunft vereinbart wird, ist eigentlich momentan nicht relevant.
Vor Lösungen hier und heute- davor drückt man sich . Warum eigentlich? Weil sie sich alle nur noch kurze Zeit durchwurschteln- dann kommt die große Abrechnung. Dann werden die Karten ohnehin neu gemischt. Das ist alles nur beruhigung für das Volk. Man tut was, egal was.
ist ihnen die Postbank nicht gross genug? Oder einfach überlesen? Das Foto links hätte auch weiter geholfen. ;-)
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