
FRANKFURT. Noch in diesem Monat will die Deutsche Bank die Mehrheit an der Privatbank Sal. Oppenheim übernehmen. Das erfuhr das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen. Die Deutsche Bank werde voraussichtlich eine Zweidrittelmehrheit bekommen, höchstens aber 75 Prozent, sagte eine mit dem Prozess vertraute Person. Sprecher der beiden Geldhäuser wollten die Informationen nicht kommentieren.
Bislang galt eine Beteiligung von bis zu 45 Prozent als wahrscheinlich. Dann hätte die Deutsche Bank erst später die Mehrheit erhalten. Der Einstieg der Deutschen Bank soll noch in diesem Monat besiegelt werden.
Sal.Oppenheim hatte sich an Beteiligungen und seinem milliardenschweren Zertifikategeschäft verhoben. Innerhalb von neun Monaten musste die Bank ihr Kapital zweimal erhöhen. Die Deutsche Bank hat den rund 40 Gesellschaftern der Privatbank bereits mindestens 650 Mio. Euro geliehen, mit denen diese eine Kapitalerhöhung über 300 Mio. Euro finanziert und Kredite abgelöst haben.
Die beschleunigte Übernahme soll den Kunden von Sal. Oppenheim, einer der größten Privatbanken Europas, Stabilität demonstrieren. Zugleich senken Investitionen der 220 Jahre alten Bank in Immobilienfonds der Firma Oppenheim-Esch den Übernahmewert, denn diese Fonds will die Deutsche Bank nicht übernehmen. Finanzkreisen zufolge handelt es sich dabei um einen dreistelligen Millionenbetrag. Auch am Investment-Banking hat die Deutsche Bank kein Interesse.
Dessen Verkauf gestaltet sich schwierig. Nach Informationen aus Finanzkreisen ist auch die britische Bank Barclays nicht interessiert. Barclays wollte dies nicht kommentieren.
Damit ist nur noch die australische Investmentbank Macquarie im Rennen. Sie steht nach Handelsblatt-Informationen in Verhandlungen und hat mit der Prüfung der Bücher begonnen.