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Privatbanken: Deutsche Bank erschreckt Börsianer

Die Deutsche Bank hat ihre Jahresbilanz für 2008 vorgelegt. Die wesentlichen Kennziffern hatte das Geldhaus bereits im Januar präsentiert. Diese wurden heute bestätigt. Vorstandschef Ackermann zeigt sich „absolut unzufrieden“ mit dem Verlauf des vierten Quartals und sieht auch für 2009 „große Herausforderungen“. Börsianer zeigen sich äußerst enttäuscht.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann kämpft für ein gutes Jahr 2009. Foto: dpa Quelle: dpa
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann kämpft für ein gutes Jahr 2009. Foto: dpa Quelle: dpa

HB FRANKFURT. Die Deutsche Bank rechnet nach dem ersten Jahresverlust in der Nachkriegsgeschichte auch 2009 mit einem anhaltend schwierigen Marktumfeld. „Für die nächste Zeit sehen wir weiterhin sehr schwierige Bedingungen für die Weltwirtschaft und damit große Herausforderungen für unsere Kunden wie auch für unsere Branche“, sagte Vorstandschef Josef Ackermann am Donnerstag laut Mitteilung. Die Bank stehe auch künftig zu ihrem Geschäftsmodell, das auf die beiden Pfeiler Investmentbanking und Privatkundengeschäft setzt.

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Dennoch plant die Bank Anpassungen in einigen Bereichen. „Die zuvor nie erlebten Marktverhältnisse in diesem Quartal haben einige Schwächen in unserem Geschäftsmodell offenbart. Deshalb ändern wir unsere Aufstellung in einigen Geschäftsfeldern.“ So solle etwa der Eigenhandel reduziert werden.

Abgesehen vom Ausblick hat die Deutsche Bank offiziell ihre Bilanz für das Krisenjahr 2008 vorgelegt. Das Geldhaus bestätigte die vorläufigen Zahlen von Mitte Januar. Demnach fiel bei der Deutschen Bank im vergangenen Jahr ein Verlust von 3,9 Mrd. Euro an. Für 2007 hatte der Dax-Konzern noch den Rekordgewinn von 6,5 Mrd. Euro ausgewiesen, obwohl auch damals die Krise an den internationalen Finanzmärkten schon im Gange war. Vor allem das vierte Quartal warf 2008 den deutschen Branchenprimus aus der Bahn. Nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers Mitte September hatte sich die Krise nochmals zugespitzt, weltweit eilten Staaten den Banken mit Milliarden-Rettungspaketen zu Hilfe.

Die Deutsche Bank, deren Chef wiederholt betonte, sein Institut brauche keine Staatshilfe, war im Schlussquartal 2008 tief in die roten Zahlen gerutscht: 4,8 Mrd. Euro Verlust nach Steuern wies die Bank nach den vorläufigen Zahlen aus. Von dpa-AFX befragte Analysten schätzen den Verlust vor Steuern entsprechend auf etwa sechs Mrd. Euro - im Vorjahr hatte die Bank hier noch ein Plus von 1,4 Mrd. Euro ausgewiesen.

Die Belastungen aus der Krise finden sich vor allem im Handelsergebnis: Die Schätzungen für diese Ertragsgröße liegen bei minus 5,8 Mrd. Euro nach einem Plus von 897 Mio. Euro im bereits von der Krise gezeichneten Vorjahresquartal. Auch im Provisionsgeschäft musste die Bank Federn lassen: Die Experten rechnen mit knapp 2,3 Mrd. Euro und damit einem Rückgang von 29 Prozent. Einzig im Zinsgeschäft dürfte die Deutsche Bank mit einem Plus von knapp sieben Prozent auf 2,9 Mrd. Euro Verbesserungen verbucht haben. Für die Risikovorsorge haben die Analysten im Schnitt 309 Mio. Euro veranschlagt.

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