DÜSSELDORF. Die Düsseldorfer Privatbank HSBC Trinkaus & Burkhardt kommt weiter vergleichsweise unbeschadet durch die Krise. Im ersten Halbjahr sank der Vorsteuergewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut neun Prozent auf 92 Mio. Euro. Der Grund für den Rückgang waren Wertberichtigungen auf Finanzanlagen. Während die Belastung aus Wertberichtigungen weitgehend ausgestanden seien, rechnet die Bank für das zweite Halbjahr und für 2010 mit einer deutlich höheren Risikovorsorge im Kreditgeschäft und deshalb für 2009 mit einem „tendenziell rückläufigen Ergebnis“.
Zu den Problemen der Privatbank Sal. Oppenheim in der Nachbarstadt Köln sagte Vorstandssprecher Andreas Schmitz: „Auch für uns als Wettbewerber ist das keine Entwicklung, die wir mit Freude begrüßen.“ Dass die Familie in so schweres Fahrwasser gekommen sei, sei bedauerlich.
Derzeit prüft die Deutsche Bank einen Einstieg bei der 220 Jahre alten Traditionsbank. Schmitz zeigte Verständnis dafür, dass das Kölner Bankhaus seine Probleme erst so spät zugegeben hat. „Ein solches Eingeständnis der Schwierigkeiten ist der erste Sargnagel für die Refinanzierung einer Bank“, sagte der Vorstandssprecher, der auch Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) ist. Dennoch habe die Informationspolitik von Sal. Oppenheim das Vertrauen in Banken allgemein nicht gefördert, sagte der für das Geschäft mit vermögenden Privatkunden zuständige Vorstand Olaf Huth.
HSBC Trinkhaus gehört zu rund 80 Prozent der britischen Großbank HSBC und zu 20 Prozent der Landesbank Baden-Württemberg und ist auf die Betreuung reicher Privatkunden und institutioneller Anleger, das Firmenkunden- und das Handelsgeschäft fokusiert. Der Gewinn der Konzernmutter war im ersten Halbjahr um die Hälfte eingebrochen.
Besonders gut lief bei der Deutschlandtochter das Handelsgeschäft mit einer Gewinnsteigerung um ein Viertel. Bei der Beratung vermögender Privatkunden hingegen brach das Betriebsergebnis dagegen im ersten Halbjahr um mehr als ein Drittel ein. „Die vermögenden Kunden sind einfach zurückhaltender geworden“, begründete Huth. Deshalb sei an Provisionen für die Branche in diesem Jahr weniger zu verdienen.
Während der Provisionsüberschuss der Bank insgesamt leicht sank, legte der Zinsüberschuss zweistellig zu. Im ersten Halbjahr sei die Risikovorsorge trotz einzelner Herabstufungen von Kundenbonitäten noch zu vernachlässigen gewesen, sagte Finanzvorstand Paul Hagen. Von den seit Herbst möglichen Bilanzierungserleichterungen hat die Düsseldorfer Bank keinen Gebrauch gemacht.
In den kommenden Monaten will HSBC Trinkaus seine Marktanteile ausbauen. „Wir glauben, dass wir ein enorm gutes Potenzial für organisches Wachstum haben“, gab sich Vorstandssprecher Schmitz selbstbewusst. In der Vermögensverwaltung und der Fondsadministration werde sich die Bank mit derzeit 2245 Beschäftigten aber auch Zukaufsmöglichkeiten anschauen.