HB FRANKFURT. Der persönlich haftende Gesellschafter des Instituts, Dieter Pfundt, sagte:"Wir brauchen dringend eine "Bad Bank' für die toxischen Papiere in den Bankbüchern, um aus der Abwärtsspirale herauszukommen", forderte der Bankier in Frankfurt. Nur wenn die Geldhäuser von ihren risikobehafteten Wertpapiere befreit würden, sei eine Entlastung auch auf der Eigenkapitalseite zu erwarten.
Pfundt gab sich überzeugt, dass die Banken alleine den Kreditkreislauf nicht in dem Maß wieder in Gang bringen könnten wie dies nötig wäre. "Mit den toxischen Papieren in den Büchern drohen allen Banken neue Abschreibungen, was sie in der Kreditvergabe bremst." Eine "Bad Bank', in der diese Papiere gebündelt würden, müsse auf europäischer Ebene angesiedelt werden. Für Deutschland wäre ein Volumen etwa in Höhe der im bestehenden Paket nur für Garantien eingeplanten 400 Mrd. Euro ausreichend, "um die größten Probleme zu lösen". Pfundt räumte allerdings ein, dass die Bundesregierung wenig Interesse an größeren Änderungen an dem Rettungspaket zeige.
Sal. Oppenheim reiht sich damit ein unter die Banken, die die Hilfen des Bundes als unzureichend kritisieren. Von den öffentlichen Banken kamen bereits Forderungen, die Institute zu einer Annahme des fast 500 Mrd. Euro schweren Pakets zu zwingen. Das Interesse der Finanzbranche an den Hilfen ist eher mau. 15 Institute stellten bisher Anträge auf Garantien und/oder Kapitalhilfen. Sal. Oppenheim ist nicht darunter. Die Investmentbank ist verglichen mit der Konkurrenz bislang mit nur kleineren Schrammen durch die Finanzkrise gekommen.