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Private-Equity-Branche: Die Erholung lässt sich Zeit

Der große Knall in der Private-Equity-Branche ist ausgeblieben. Schon stemmen Finanzinvestoren wieder Milliardendeals. Grund zum Jubel gibt es dennoch kaum: Zu viele Finanzinvestoren mit zu viel Geld kämpfen um einige wenige Deals.

Skyline von Frankfurt: Die Private-Equity-Branche scheint aus dem Gröbsten raus zu sein. Quelle: ap
Skyline von Frankfurt: Die Private-Equity-Branche scheint aus dem Gröbsten raus zu sein. Quelle: ap

FRANKFURT. Die spektakulären Pleiten sind ausgeblieben und seit einigen Monaten stemmen Finanzinvestoren wieder Milliardendeals - sie scheinen das Gröbste hinter sich zu haben. "Private Equity kommt langsam wieder zurück", sagt Alexander Gehrt, Leiter des deutschen M&A-Geschäfts von UBS. "Die Spitze bei den Deals wird allerdings erst 2011 zu sehen sein." Andere Branchenvertreter sehen die Lage ähnlich positiv: "Das Geschäftsmodell Private Equity hat sich als robust in der Krise bewiesen", sagt Jörg Rockenhäuser, Deutschlandchef von Permira. Die Firmen von Finanzinvestoren hätten im Zug der Krise die gleichen Probleme wie die anderer Eigentümer gehabt, sie oft aber konsequenter gelöst.

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Doch so sehr die Branche aufatmet: Noch sind keineswegs alle Probleme in den Portfolios gelöst. Und der Umstand, dass die Branche auf absehbare Zeit kleinere Brötchen backen muss, zugleich aber Unmengen von Geld zur Verfügung hat, könnte zu neuen Risiken führen. Klar ist: Die Renditen werden sinken und manche Häuser kaum überleben.

Volumen der Deals ist ein Bruchteil so hoch wie 2006 oder 2007

Seit Jahresmitte kann die Branche zwar schon wieder Milliarden-Übernahmen feiern. So kauften TPG und ein Co-Investor aus Kanada für vier Mrd. Dollar den Datenanbieter IMS Health. In Deutschland ist die schwedische EQT kurz davor, den Wissenschaftsverlag Springer Science von Cinven und dem krisengeschüttelten Konkurrenten Candover zu kaufen. Doch diese positiven Einzelfälle spiegeln noch keineswegs die Marktentwicklung wider. Dem Datenanbieter Dealogic zufolge kündigten die Fonds weltweit im dritten Quartal gerade einmal Deals über 24 Mrd. Dollar an. Ein Jahr zuvor war es noch gut das Vierfache und im Boomjahr 2007 lag der Vergleichswert gar bei 362 Mrd. Dollar.

Hauptproblem ist nach wie vor die Finanzierung. Die Banken, die noch immer ihre Bilanzen auskehren, stellen im besten Fall noch 70 Mio. Euro Kredit zur Verfügung - meist aber weniger. Die Syndizierungsmärkte sind schwach und institutionelle Kredit-Käufer scheuen gerade vor Private-Equity-Finanzierungen zurück. "Hier gibt es nach wie vor keine durchgreifende Erholung", sagt Peter Wirtz, Co-Chef des Finanzinvestores 3i in Deutschland. Die Branche hoffe zwar auf eine Belebung im kommenden Jahr, aber viele Deals seien momentan nicht absehbar. Experten sind sich einig, dass Transaktionen über vier Mrd. Euro vorerst das höchste der Gefühle sind - und eher Seltenheitswert haben werden.

"Ich kann 2010 keine durchgreifende Erholung erkennen", sagt auch Stefan Hepp vom Beratungshaus SCM Strategic Capital Management. "Die Trockenzeit wird noch anhalten." Der laufende Verkauf des Pharmaunternehmens Ratiopharm zeigt, wie schwer sich die Branche tut, ihr Geld anzulegen. Namhafte Adressen wie Permira, Goldman, KKR oder TPG sind aus dem Rennen geflogen, weil sie mit den Offerten anderer Pharmahäuser nicht mithalten konnten.

Setzt sich dieser Trend fort, stehen die Fonds vor einem Problem: Über 1 000 Mrd. Dollar haben sie an Liquidität - und wissen kaum, wohin damit. "Viele Fonds verspüren einen wachsenden Druck, ihre Mittel anzulegen", bestätigt Wirtz. Manche hätten anderthalb Jahre lang nicht investiert. "Die Branche muss aufpassen, dass jetzt nicht die teuren und damit falschen Deals gemacht werden", warnt der 3i-Manager. Denn die Bewertungen seien nach wie vor hoch.

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