_

Private Equity: Finanzinvestoren sprechen sich Mut zu

Für die Private-Equity-Branche dürfte 2010 ein "verlorenes Jahr" werden. Die Zahl der Deals und die Transaktionsvolumina sind zwar im Vergleich zum extrem schlechten Vorjahr teilweise gestiegen, doch verglichen mit früheren Zeiten ist die Lage noch immer mau.

_
Londoner Bankenviertel: In Großbritannien zieht das Private-Equity-Geschäft deutlich an. Quelle: dpa
Londoner Bankenviertel: In Großbritannien zieht das Private-Equity-Geschäft deutlich an. Quelle: dpa

MÜNCHEN. Die Fremdfinanzierung ist nicht einfach, Private-Equity-Firmen müssen im Schnitt weiterhin mehr als 50 Prozent Eigenkapital investieren. Auch der Ausstieg für die Finanzinvestoren - zum Beispiel über die Börse - gestaltet sich oft als schwierig. Hinzu kommt eine drohende Überregulierung durch die Gesetzgeber.

Anzeige

Die Vertreter der Branche machen sich gegenseitig Mut: "Wir glauben, dass Private Equity nicht tot ist", sagte Sumeet M. Gulati, Partner bei EQT, auf einer Handelsblatt-Jahrestagung in München. Schließlich seien Private-Equity-Investoren vor allem für die Wachstumsfinanzierung in der deutschen Wirtschaft eine unverzichtbare Alternative. Die Banken seien derzeit wieder eher bereit, im nennenswerten Umfang Geld für neue Private-Equity-Transaktionen zur Verfügung zu stellen. Es zeichne sich sogar ab, dass schon wieder "aggressive Fremdkapital-Pakete" zu haben seien.

Nach Beobachtung von Thorsten Gladiator von der Commerzbank zieht derzeit das Private-Equity-Geschäft in Großbritannien, Frankreich und in den Benelux-Ländern deutlich an. Deutschland hinke noch hinterher. Erfahrungsgemäß folge der Markt aber hier zu Lande mit zwölf bis 18 Monaten Verzögerung. Auch große Häuser interessierten sich mittlerweile für vergleichsweise kleine Transaktionen.

Gar am "Beginn eines neuen Zyklus" sieht Stephan Illenberger die Branche. "Die Private-Equity-Branche wird in zehn Jahren anders ausschauen, aber wesentlich stärker werden." Derzeit konsolidiere sich der Markt, dadurch könnten 20 bis 40 Prozent der Anbieter aus dem Markt ausscheiden.

Die Branche setzt darauf, dass in den kommenden Jahren Private-Equity-Fonds sogar zum Teil gefragter sein werden als klassische Aktienfonds. "Das wird eine echte Public-Asset-Klasse mit allen Vor- und Nachteilen." Eine stärkere Regulierung sei wohl unumgänglich - schon deshalb, weil der Private-Equity-Markt insgesamt zu groß geworden sei. Die Branche habe Fehler gemacht - etwa zu starke Fremdfinanzierung bis hin zu sehr hohen Vergütungen.

Die aktuelle Flaute müsse erst einmal überwunden werden, räumten die Branchenvertreter ein. "Derzeit gibt es in Deutschland praktisch so gut wie keine größere Auktion", sagte Karsten Hollasch, Private-Equity und Partner-Experte bei Deloitte. Im Segment von 100 bis 200 Mio. Euro Firmenwert liefen aber durchaus einige Deals. "Fakt ist, dass einige Fonds unter Anlagedruck stehen." Auf die wenigen Deals, die es gibt, komme daher eine sehr große Nachfrage.

Hollasch beobachtet eine leichte Verbesserung bei den Finanzierungskonditionen. Mitunter erreiche die Fremdfinanzierung schon wieder knapp das Fünffache des operativen Ergebnisses. Im Schnitt liegt dieser Hebel derzeit nur noch beim Vierfachen.

  • Die aktuellen Top-Themen
Vor der Jahresbilanz: Commerzbank will ohne den Staat auskommen

Commerzbank will ohne den Staat auskommen

Die Commerzbank will aus eigener Kraft ihre Milliardenlöcher schließen. Dazu beitragen könnte auch der für die Jahresbilanz erwartete Gewinn. Griechische Staatsanleihen werden allerdings zu einem Risiko für die Bank.

Rückrufaktion: Edeka warnt vor Metallteilen in Wurst

Edeka warnt vor Metallteilen in Wurst

Die Lebensmittelkette Edeka, bekannt für ihren Slogan „Wir lieben Lebensmittel“, warnt vor möglichen Metallteilen in mehreren Wurstprodukten der Marke „Franken-Gut“. Betroffen von dem Rückruf sind Sachsen und Thüringen.

Frauenboom in Dax-Vorständen: Der neue Typus des Personalchefs

Der neue Typus des Personalchefs

Fast alle Frauen, die sich in den Vorständen der Dax-Konzerne tummeln, sind für Personal zuständig. Das Ressort wird für Unternehmen immer wichtiger - erst recht im Zeichen des Fachkräftemangels.

  • Video

Projekt Zukunft Blitzschlag - Suche nach der Überlebenschance

Der Einschlag eines Blitzes kann Menschen töten. Doch wie breitet er sich im Körper aus? Wie wird das Herz belastet und welche Dosis ist tödlich? Forscher suchen nach der Chance zu überleben.

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.